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Stromwirtschaft rückt immer weiter vom Kunden ab

16.12.14  14:30 | Artikel: 962197 | News-Artikel (Red)

Stromwirtschaft rückt immer weiter vom Kunden abIm Einzelhandel hat die Zeit des Endspurts begonnen. Wer am vergangenen Wochenende eine Einkaufsmeile besucht hat, wird feststellen, dass sehr viele Tüten prall gefüllt im Umlauf sind.

Doch wie viele Stromtüten sind vorhanden?

Richtig: Strom verschenkt man nicht.

Weil es ein Grundbedürfnis ist, für den Betrieb der anderen Tüteninhalte, darf man sich schon etwas Gedanken machen, wie wir morgen den Stromhunger befriedigen.

Rational, über einen Zweipunkteplan:

  1. Sichere Versorgung
  2. Billig

Den Rest werden schon die Experten richten. Könnte man annehmen…

Wie kommt man eigentlich auf die glorreiche Idee, dass die Experten der Stromanbieter einen billigen Strom für den Endkunden wünschen?

Von RWE über Extra Energie, EWS, MVV und Greenpeace Energy haben sich die Stromanbieter bereits lange vor der Weihnachtszeit auf den Weg gemacht, in das gelobte Land bei Berlin zu ziehen, um Stromtüten für den geliebten Kunden vorzupacken.

Im Alltagsgeschäft sind die Stromanbieter Feinde – kämpfen um das Zehntel Cent im Preis. Gut für den Kunden, wenn dadurch ein Wettbewerb über den niedrigsten Strompreis entsteht. Schlecht, wenn alle Stromanbieter in Verbänden wie dem BDEW mit einer Stimme sprechen sollen. Spätestens beim Thema Strommarktdesign müssen die Stromanbieter mit einer Stimme sprechen.

In der besinnlichen Zeit rund um Weihnachten rational zu denken, scheint schwierig, was kommt aber raus, wenn man jedem Anbieter eine faire Chance geben will? Man muss die Messlatte rauf setzen. Oder den Strompreis…

Rückenwind kommt vom Grünbuch des Bundes-Wirtschaftsministeriums zum “Strommarktdesign der Energiewende”.

…Lasst und froh und lustig sein…

In die Tüte rein muss ganz viel “Sichere Versorgung”, warum? Da Energiewende, verpackt mit einer Beschallung, die man sonst nur auf RTL findet, nun mal unsicher ist.

Ein Stromnetz, welches am 12.11.2014 um 16:00 Uhr in der Lage gewesen ist 73 GW zu transportieren – reicht am 12.12.2014 nicht mehr aus, um weniger als 30 GW Windstrom zu transportieren? Wie verwetzelt ist die Welt?

Was ist, wenn die Verbraucher zu Weihnachten nicht mehr die Tüten füllen lassen, sondern selbst basteln? Ein Entwurf ist der Hybridstrommarkt. Auch in der besinnlichen Zeit darf darüber diskutiert werden. Es reicht den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und anzurufen. Gerne werden auch Kontakte geknüpft.


Andere Artikel zum Thema:

24.11.14: Energieblogger Thorsten Zoerner liefert Grundlage für Gabriels Kohleausstieg
05.11.14: Tricks der Energieversorger: Schnäppchen mit Tütenstrom und Co. (1/2)
06.11.14: Tricks der Energieversorger: Schnäppchen mit Tütenstrom und Co. (2/2)
17.11.14: Was sind eigentlich Energieversorger?
18.11.14: Schicksale und Zufälle im Kraftwerkspark
07.12.14: Warum der Strom nicht in die Tüte passt …



Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Stromnetze | Stromhandel

Schlagworte:

Marktdesign (42) | Stromnetz (103) | Marktentwicklung (7) | Hybridstrommarkt (15) | Speicherbedarf (3) | Hybridstrommarktmodell (3) | Kapazität (58) | Leistungsbezug (3)




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