Studie: Individualsoftware bringt Unternehmen weiter

04.07.11  07:30 | Artikel: 953184 | News-Artikel (Red)

Studie: Individualsoftware bringt Unternehmen weiterUnternehmen, die individuell erstellte Softwarelösungen einsetzen, sind innovativer, als vergleichbare Mitbewerber mit Standardsoftware. Eine aktuelle Untersuchung des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt den Zusammenhang in einer aktuellen Studie.

Standard-Softwarelösungen wie Microsoft Office oder auch Produkte von Adobe werden mit großem Marktanteil in Unternehmen eingesetzt. Diese bieten zwar ausgesprochen viele Möglichkeiten, aber meist ist mit Bordmitteln schnell die Leistungsgrenze erreicht.

Auch spezielle Branchensoftware, wie die ERP-Systeme von SAP, Lexware oder CAS-Software bieten in der Standard-Konfiguration nur wenig Nützliches. Effektiv wird diese Art von Software erst, wenn entsprechende, auf das einsetzende Unternehmen zugeschnittene Anpassungen vorgenommen werden, sofern die Software-Pakete dies zulassen.

Nicht selten werden interne Prozesse umgestellt, damit diese mit den vorgegebenen Arbeitsabläufen des Standard-Software-Paketes kompatibel sind. Damit bringt der Einsatz von Software 'von der Stange' praktisch immer Kompromisse mit sich.

Individuell erstellte Softwarelösungen, die exakt auf die Bedürfnisse und die internen Abläufe eines Unternehmens zugeschnitten sind, sind wesentlich effektiver.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus Mannheim hat 335 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und mit verschiedenen Größen zu diesem Thema befragt. 76% der Unternehmen setzen Branchensoftware ein und 38% arbeiten zudem mit Individualsoftware.

Bei Einsatz von individuell erstellter Software haben die Unternehmen die Möglichkeit aktiv am Herstellungsprozess teilzunehmen. Damit ist laut Studie auch ein aktiver Aufbau von IT-Fachwissen möglich und somit auch eine bessere Kenntnis der internen Prozesse und des Zeitmanagements. Schwachstellen können so erkannt und ggf. innerhalb der Entwicklungsphase optimiert werden. Nach Optimierung stehen somit freie (Personal-) Kapazitäten zur Verfügung, die die Innovationstätigkeit von Unternehmen nachhaltig positiv beeinflussen können.

Dabei ist Individualsoftware nicht immer gleich bedeutend mit der Programmierung eines eigenen ERS-Systems. Selbst mit kleinen Programmierungen, die beispielsweise die stundenlange manuelle Pflege von Exceldateien automatisieren, ergibt sich nachhaltig ein enormes Einsparungspotential.

Die Studie steht auf der Internetseite des ZEW zur Verfügung.

www.zew.de




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



Themenbereiche:

Statistik | Wissen | Proteus

Schlagworte:

Studie (175) | Unternehmen (104) | Individualsoftware | ZEW (2) | Innovationen (4)