diverse Notebooks beim britischen Gesundheitsdienst vermisst

17.06.11  07:00 | Artikel: 953185 | News-Artikel (Red)

diverse Notebooks beim britischen Gesundheitsdienst vermisst
Norfolk and Norwich University Hospital
des National Health Service
3Dem britischen Gesundheitsdienst 'National Health Service (NHS)' fehlen 20 Notebooks. Der Verbleib dieser ist ungewiss. Auf einem Gerät waren über 8 Millionen Datensätze von Patienten gespeichert.

Der britische IT-Nachrichtenanbieter 'The Register' berichtet, dass dem NHS 20 Notebooks abhanden gekommen sind. Die Rechner verschwanden aus einem Lagerraum des NHS-Unternehmens 'London Health Programmes (LHP)'. Seit Bemerken des Verlustes sind acht Rechner wieder gefunden worden. Ob die restlichen gestohlen, weggeworfen oder einfach unauffindbar sind, bleibt bis dato offen.

Ein Rechner ist laut Bericht bereits seit ca. 3 Wochen verschwunden, allerdings sah sich der NHS erst jetzt genötigt, diese Tatsache dem Büro des britischen Datenschützers (Information Commissioner's Office, ICO) mitzuteilen.

"Jeder Fall, in dem sensible persönliche Daten kompromittiert worden sein könnten, ist beunruhigend. Wir führen jetzt Ermittlungen durch, um den vollen Umfang des Datenverlusts festzustellen", erklärt das ICO.

In einer Stellungnahme des NHS wurde mitgeteilt, dass der Vorfall derzeit untersucht wird. Der betroffene Rechner mit den Patientendaten soll für die Analyse von Gesundheitsbedürfnissen verwendet worden sein. Über die tatsächliche Anzahl der Datensätze und den genauen Inhalt wurden jedoch keine weiteren Angaben gemacht.

Laut The Register wären die Daten anonymisiert gewesen, enthielten jedoch personenbezogene Daten. Damit fehlen zwar der Name und die vollständige Adresse der Einzelperson, aber über Angaben wie Geschlecht, Alter, Postleitzahl und Daten zu Arztbesuchen und Krankheiten lassen sich durchaus Rückschlüsse auf eine bestimmte Person ziehen.

Die Rechner sind nach Angaben des NHS alle Passwort geschützt, die gespeicherten Daten allerdings nicht. Angaben zum Passwortschutz - Hardware, Bios, Betriebssystem oder andere Techniken - wurden bislang nicht gemacht. Ob dies im Zusammenhang mit der Vermeidung eines Hinweises gegenüber möglichen Tätern ungenannt bleibt, oder ob der Schutz über die Passwortsicherheit eher Makulatur ist, bleibt unbeantwortet.

In den letzten Jahren häuften sich die Datenpannen in Großbritannien. Speichermedien wie CDs und USB-Sticks mit vertraulichen Daten wurden zusehends begehrte Güter für Langfinger. Im Jahre 2007 war der NHS schon einmal davon betroffen.

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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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