BITKOM-Studie: Jeder siebte User interessiert sich nicht für Datenschutz

29.06.11  14:00 | Artikel: 953191 | News-Artikel (Red)

BITKOM-Studie: Jeder siebte User interessiert sich nicht für DatenschutzDer Branchenverband BITKOM veröffentlichte in den letzten Tagen eine Studie über die Meinungen und das Verhalten von Usern zum Thema Datenschutz. Deutsche Web-Nutzer vertreten dabei auch Extreme.

Deutschlands Internetuser sind in verschiedene Gruppen einzuteilen. Die leichtsinnigen und fahrlässigen User auf der einen Seite, die übervorsichtigen oder verweigernden User auf der anderen.

Der Branchenverband BITKOM hat in seiner Studie "Datenschutz im Internet" die Meinungen einer repräsentativen Umfrage ausgewertet und ist zu überraschenden Zahlen gekommen.

So stehen 14 Prozent der User dem Datenschutz absolut gleichgültig gegenüber. Was mit persönlichen Daten passiert, interessiert nicht. Knapp 17 Prozent dagegen tätigen keine Online-Transaktionen, weil diesen Usern die Sicherheit eher zu gering erscheint.

„Zahlreiche Internet-Nutzer haben eine Schwarz-Weiß-Sicht auf die Datensicherheit im Internet. Eine vernünftige Balance zwischen Chancen und Risiken müssen viele erst noch finden. Dabei sollten Politik, Wirtschaft und Verbraucherschützer helfen“, sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsident und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“.

Die hohen Anteile von Extremusern sind ein Indiz dafür, dass es in diesem Bereich vermehrt Aufklärung geben muss. Laut Studie fehlen 47 Prozent der User weitere Informationen zum Thema Datenschutz, dem Schutz ihrer persönlichen Daten und Informationen darüber, wie sie diese selbst aktiv schützen können.

Gerade mal 40 Prozent der Internet-User leben in dem Glauben, das persönliche Daten im Web sicher sind. 55 Prozent stehen dem dagegen eher kritisch gegenüber. Vor allem Jugendliche und Personen mit hohem Bildungsniveau sehen ihre Daten im Web als gefährdet an.

Deshalb greifen 40 Prozent der Nutzer auf konservative Datenübertragung wie Briefpost zurück, wenn es um vertrauliche Informationen geht. Die Rate der Online-Banking-Verweigerer liegt laut Studie bei 28 Prozent, bei den Verweigerern gegenüber sozialen Netzwerken sind es immerhin 13 Prozent.

„Die Studie zeigt: Der Schutz der persönlichen Daten im Internet ist eine Kernaufgabe von Politik und Wirtschaft geworden. Sie kann nur gemeistert werden, wenn die Verbraucher sensibilisiert sind und mitziehen.“, so Kempf.

Die komplette Studie kann über den nachfolgenden Link heruntergeladen werden.

www.bitkom.org/60376.aspx?url=BITKOM_Publikation_Datenschutz_im_Internet.pdf&mode=0&b=Publikationen




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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