Union kritisiert zunehmend Kosten der Energiewende

30.07.12  06:00 | Artikel: 954494 | News-Artikel (Red)

Union kritisiert zunehmend Kosten der EnergiewendeMichael Fuchs, Vize-Fraktionschef der CDU forderte in der "Rheinischen Post" eine Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), um die Kostenbelastungen für die Verbraucher zu senken. Der Unionspolitiker rechnet mit einem starken Anstieg der Strompreise durch die Energiewende.

"Im Jahr 2014 wird die EEG-Umlage nach unseren Berechnungen durch die massive Einspeisung der Windenergie inklusive Mehrwertsteuer auf acht Cent pro Kilowattstunde steigen", sagte Fuchs. Damit müsste eine vierköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von jährlich 5000 Kilowattstunden alleine 400 Euro pro Jahr für die Förderung von Öko-Strom aufbringen. Derzeit wären es gerade mal 180 EUR. Im nächsten Jahr rechnet Fuchs mit einem Anstieg der Umlage auf 5,7 Cent pro Kilowattstunde.

"Die Überförderung der Photovoltaik führt zu absurden Exzessen. Das EEG als einer der Hauptkostentreiber bedarf einer grundlegenden Reform", forderte er. Die steigenden Strompreise würden auch die Wirtschaft zunehmend belasten.

Auch Christian Lindner, der nordrhein-westfälische Chef der FDP warnte vor einer finanziellen Überlastung der Bürger durch die Energiewende. Im Herbst werden sich die Kosten einer Durchschnittsfamilie für die erneuerbaren Energien "von etwa 150 auf 200 Euro im Jahr" erhöhen, sagte Lindner gegenüber dem "Tagesspiegel". Dieser Trend müsse gestoppt werden.

Vor einigen Tagen hatte bereits Umweltminister Peter Altmaier eingeräumt, dass die Bezahlbarkeit von Strom bei der Umstellung der Energieversorgung von Atomkraft auf erneuerbare Energien aus dem Auge verloren worden sei. Für ihn hätten bezahlbare Strompreise Priorität, bekräftigte Altmaier.

CDU, FDP und Wirtschaftsverbände verurteilen "Exzesse" bei der Solarförderung und warnen vor einer Überforderung von Privatkunden und Industrie. "Die Energiepreise sind auf dem besten Wege, nicht nur in Europa, sondern weltweit zum industriepolitischen Standortfaktor Nummer eins zu werden", so Fuchs.

SPD und Grüne sehen die Sachlage anders und betonen, dass die Strompreise stärker gestiegen seien als die Förderkosten für den grünen Strom. "Mehr als zwei Drittel der Preiserhöhungen haben nichts mit den erneuerbaren Energien zu tun", sagte Bärbel Höhn, Vizechefin der Grünen. Preistreiber sei die Industrie, die von neuen Ausnahmen beim EEG profitiere, die im Gegenzug Mittelstand und Privatleute bezahlen müssten.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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