Leitartikel: deutsche Energiewende: Rösler und Regierung zocken Stromkunden immer mehr ab

02.10.12  06:45 | Artikel: 954634 | Proteus Statement

Leitartikel: deutsche Energiewende: Rösler und Regierung zocken Stromkunden immer mehr abWirtschaftsminister Rösler nutzt jede Gelegenheit gegen das EEG zu schießen und macht sich scheinbar hemmungslos zum Handlanger und Erfüllungsgehilfen der Industrie. Insbesondere die Photovoltaik ist Rösler ein Dorn im Auge, die in den Medien immer als der Hauptkostentreiber für die Energiewende dargestellt wird. Kaum jemand rechnet selbst mal nach, wie die Kostenverteilung wirklich aussieht und wie der normale Haushaltskunde zu Kasse gebeten wird. Dabei ist die Situation eigentlich recht einfach darstellbar.

Es war in der Politik schon immer so: Wer laut genug das propagiert, was die Industrie vorschreibt, der hat politisch gute Karten und braucht sich auch um die private Altersversorgung kaum Gedanken machen.

Die Energiewende ist beschlossene Sache und ein Großteil der Bevölkerung steht dahinter. Viele Bürger sind auch durchaus bereit für die Abschaltung der Atomkraftwerke ein paar Cent mehr zu bezahlen. Die Energieversorger und die energieintensive Industrie sieht das allerdings ein wenig anders. Zu groß ist die Gefahr, den Aktionären nicht mehr die geforderten Dividende zahlen zu können. Also wird gebremst und interveniert, wo es nur geht.

Auch kaum öffentlich publiziert wird die Tatsache, dass Offshore-Windparks mit Millionenbeträgen von Staat und EU subventioniert werden. Bekommt man Geld geschenkt, so fällt der Ausbau natürlich leichter. Allerdings nur, bis weitere Probleme auftauchen.

So werden zwar Offshore-Windparks gebaut, allerdings gibt es derzeit keine Anschlussleitungen an das Netz. Die Übertragungsnetzbetreiber sollten diese Windparks mit dem deutschen Leitungsnetz verbinden, bringen dies, teilweise mangels Liquidität, nicht auf die Reihe. Die entgangenen Gewinne durch die Verzögerung sollen nun durch den Stromkunden getragen werden, wie jüngst unsere Regierung entschieden hat. 'Offshore-Anbindungs-Umlage' wird das in Fachkreisen genannt. Auch das kostet den Endkunden wieder gut eine weitere Milliarde EUR. Skurril wird das ganze auch dadurch, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel erst am 11.9.2012 in einer Regierungserklärung zum Haushalt 2012 sagte: »Wir haben Planungen bei der Windenergie, die über 60 Prozent über dem liegen, was wir an Windenergie in den nächsten Jahren brauchen.«

Dies sind nur einige der Ungereimtheiten, die Politik und Großindustrie geschickt über die Medien verbreiten um den deutschen Michel zu melken, wo es nur geht. Das einzelne Volksvertreter dabei offensichtlich ihr Gewissen an die Industrie verkaufen und das Kabinett brav den Vorgaben dieser folgt, wird nur wenigen bewusst. Diskussionen mit Endkunden zeigen immer wieder, dass, die fast schon Demagogie zu nennende Informationspolitik, auf fruchtbaren Boden fällt.

siehe auch:
ernergieintensive Unternehmen in Deutschland
ernergieintensive Unternehmen in Deutschland (Karte)
Wissenswert: ein paar Zahlen zu den erneuerbaren Energien




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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