Konsolidierung der PV-Branche: Jetzt Strategie überdenken

26.10.12  06:30 | Artikel: 954702 | Proteus Statement

Konsolidierung der PV-Branche: Jetzt Strategie überdenkenDie Konsolidierung der Solar-Branche ist noch nicht zu Ende. Mittelständische Unternehmen sollten jetzt die Unternehmensstrategie überprüfen und den richtigen Weg einschlagen. Nur wer richtig aufgestellt ist, hat in Zukunft gute Chancen. Speichertechnologien und Auslandseinsätze sind zentrales Thema bei einer Neuausrichtung.

Einige große Unternehmen hat es in den vergangenen 12 Monaten schon getroffen. Der Medienrummel war entsprechend groß. Kaum Beachtung fanden allerdings die Insolvenzen im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Blättert man die Listen der deutschen Insolvenzgerichte durch, so fallen etliche Unternehmen auf, die es auch getroffen hat.

Natürlich waren die verschiedenen, schnell getakteten Änderungen des EEG mit ein Auslöser für die entstehende Instabilität. Unsicherheit von Seiten der Investoren hatten drastische Auswirkungen auf die Auftragslage. Andererseits gab es dieses Jahr einen enorm hohen Zubau an Solaranlagen.

Mittlerweile zeichnen sich aber zwei Veränderungen deutlich ab: die Speichersysteme kommen schneller, als geglaubt und der Markt für PV-Kraftwerke wird internationaler.

Speichersysteme schneller am Markt wie prognostiziert

Im April prognostizierte die EuPD Research, dass Speichersysteme erst ab 2015 eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit Solarkraftwerken spielen würden. Diese Voraussage wurde Anfang des Monats korrigiert. Speichersysteme werden ab sofort eine wesentliche Rolle beim Bau von Solaranlagen spielen. Dabei liegt der Fokus nicht auf den großen Freiflächenanlagen sondern eher bei den kleinen Anlagen für Privatkunden und Gewerbe.

Hier erschließen sich für so manchen Solateur ganz neue Möglichkeiten. Kleine Dachanlagen mit integrierten Speichersystemen lassen das Thema Eigenverbrauch für den Endkunden langsam aber sicher interessant werden, zumal bei der Erhöhung der EEG-Umlage für 2013.

Glaubt man den Aussagen der Analysten, so wird deutsches Know-how und deutsche Technologie zum Exportschlager. Deutschland wird nach wie vor Absatzpotential haben, aber neue Märkte wie Japan, die USA, Indien oder China werden zunehmend attraktiver für deutsch Unternehmer werden. Hierbei gilt es, dass Unternehmen fit für den Auslandsmarkt zu machen; Wissen, dass durchaus nicht über Nacht zu erlangen ist.

Aber die Erfahrung, auf die unsere heimischen Unternehmen zurückgreifen können, ist im internationalen Geschäft ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Indische Anlagen werden z.B. mit einem hohen Anteil an Komponenten, wie Schaltschränke oder Datenlogger, gebaut, die in Deutschland gefertigt werden. Noch sind diese Staaten auf den Import hochqualitativer Systeme angewiesen.

Umdenken und neue Ansätze finden

So desaströs die momentane Situation auch dargestellt wird, bieten sich doch teilweise gute Chancen für flexible Unternehmen, auf die Veränderung am Markt zu reagieren und sich neu aufzustellen. Viele Unternehmen haben diese Veränderungen bereits erfolgreich bewältigt. Anderen kann nur empfohlen werden, die strategische Ausrichtung zu überprüfen, auch, wenn im Tagesgeschäft nicht viel Zeit dafür vorhanden ist. Ist diese dann da, ist es oftmals zu spät.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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