PwC-Studie warnt: Klimaziele kaum noch einzuhalten

07.11.12  06:45 | Artikel: 954756 | News-Artikel (e)

PwC-Studie warnt: Klimaziele kaum noch einzuhaltenDie C02-Emissionen sind 2011 weniger gestiegen als die Wirtschaftsleistung. Allerdings verbesserte sich die C02-Intensität weltweit lediglich um 0,7 Prozent. Das ist zu wenig: "Um die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu beschränken, müsste die C02-Intensität bis 2050 um 5,1 Prozent pro Jahr sinken. Ob das gelingt, ist äußerst fraglich", kommentiert Michael Werner, verantwortlicher Partner für den Bereich Sustainability Services bei PwC in Deutschland, die Ergebnisse der aktuellen PwC-Studie "Too late for two degrees – Low carbon economy index 2012".

Die gute Nachricht: 2011 hat sich die Negativentwicklung des Vorjahres umgekehrt. Die C02-Emissionen nahmen mit 3,0 Prozent weniger stark zu als die Wirtschaftsleistung, die um 3,7 Prozent wuchs. Die C02-Intensität, also das Verhältnis von C02-Emissionen zu realem Bruttoinlandsprodukt, sank damit um 0,7 Prozent. Zum Vergleich: 2010 führte das hohe weltweite Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent zu einem Anstieg der C02-Emissionen auf 5,8 Prozent. "Allerdings reicht das aktuelle Niveau der C02-Reduktionen nicht aus, um die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu beschränken. Machen wir weiter wie bisher, droht in diesem Jahrhundert eine Erderwärmung um sechs Grad", betont Werner.

Technologische Innovationen sind gefragt

Um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, müsste die C02-Intensität nach PwC-Berechnungen bis 2050 um 5,1 Prozent pro Jahr sinken. Zwischen 2000 und 2010 sank die C02-Intensität durchschnittlich aber nur um 0,8 Prozent. "Wir haben einen kritischen Schwellenwert überschritten. Nur ein grundlegendes Umdenken auf allen Ebenen von Politik und Wirtschaft kann den Trend noch stoppen. Dazu sind technologische Innovationen gefragt, die massive C02-Einsparungen und eine steigende Energieeffizienz ermöglichen“, betont Werner.

Unternehmen sollten Klimaschwankungen einkalkulieren

Allerdings sollten sich Unternehmen in jedem Fall auf eine steigende Zahl von Unwettern und auf schwankende Klimaverhältnisse einstellen, die sich erheblich auf ihre Geschäfte auswirken und Störungen in der Lieferkette (Supply Chain) verursachen können. Auch bei langfristigen Investitionen in die Infrastruktur müssen klimatische Veränderungen und Unwetter berücksichtigt werden. „Unternehmen müssen auch ihr Risikomanagement anpassen“, betont Werner.

In Schwellenländern steigen Emissionen stark

Während die C02-Emissionen in den G7-Ländern absolut um zwei Prozent sanken, stiegen sie in den sieben wichtigsten Schwellenländer um 7,4 Prozent. Deutschland zählte 2011 zu den Spitzenreitern in Sachen Klimaschutz: Die Emissionen sanken absolut um 3,6 Prozent, die C02-Intensität sogar um 6,4 Prozent. Nur Frankreich mit einer Reduktion von 7,7 Prozent und Großbritannien mit 7,0 Prozent schnitten besser ab. Unter den G20-Ländern verzeichnet China mit 9,4 Prozent den höchsten Anstieg an C02-Emissionen, auch die C02-Intensität verschlechterte sich um 0,2 Prozent.

Umstrittene Rolle von Schiefergas

Die PwC-Studie untersucht auch den Einsatz von Schiefergas als Energielieferanten. Würden zehn Prozent des globalen Öl- und Kohleverbrauchs durch Schiefergas ersetzt, könnten die C02-Emissionen in Höhe von drei Prozent reduziert werden. Doch es gibt auch eine Kehrseite. Die Studie warnt, dass durch den verstärkten Einsatz des klimafreundlichen Schiefergases der Anreiz für den Ausbau von emissionsfreien Technologien sinken könnte – mit allen negativen Konsequenzen für den Klimaschutz.

Die Studie kann HIER heruntergeladen werden




(Quelle: PwC)


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