Fell: Stromkonzerne machen ordentlich Kasse

22.11.12  17:15 | Artikel: 954815 | News-Artikel (Red)

Zum 1. Januar erhöhen viele Stromkonzerne die Preise, teilweise um bis zu 32 Prozent. Der Bund der Energieverbraucher hat berechnet, dass eine Preiserhöhung im Schnitt von sechs Prozent angemessen wäre. Die Energiekonzerne erhöhen aber im Schnitt um das doppelte. Damit fließen 2,1 Milliarden Euro extra in die Kassen von RWE, E.ON und Co.

Die Energiekonzerne begründen die Erhöhungen mit der gestiegenen EEG-Umlage. Dabei vergessen sie aber zu erwähnen, dass sie es sind, die am meisten von dem wachsenden Ökostromanteil profitieren. Wind- und Sonnenenergie senken massiv die Börsenstrompreise, diese Preissenkungen geben die Konzerne aber einfach nicht weiter. Die starken Strompreiserhöhungen lassen sich also vor allem durch die Gewinnmaximierung der Energiekonzerne erklären.

Auch Umweltminister Altmaier kritisiert die ungerechtfertigten Preiserhöhungen, zieht aber mal wieder die falschen Schlüsse. Anstatt die Konzerne in die Verantwortung des Verbraucherschutzes zu nehmen, will er den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf ein „verlässliches Ausbautempo“ bringen. Er will also bei den Erneuerbaren Energien auf die Bremse drücken und somit den Bestandschutz für die fossilen Energien weiter verlängern. Es ist aber ein Trugschluss zu glauben, dass das die Strompreise senken lassen würde – ganz im Gegenteil.




Autor: Hans-Josef Fell, MdB

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Hans-Josef Fell ist energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages seit 1998. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe.



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