Wie wird sich der Solarmarkt weiterentwickeln? Eindrücke vom 13. Forum Solarpraxis

23.11.12  06:50 | Artikel: 954817 | News-Artikel (Red)

Wie wird sich der Solarmarkt weiterentwickeln? Eindrücke vom 13. Forum SolarpraxisAngesichts der schwierigen Lage, in der sich die Solarbranche momentan befindet, ist das 13. Forum Solarpraxis besonders spannend. Einerseits steht man unter dem Druck der Chinesischen Modulproduzenten, die immer weiter an der Preisschraube nach unten drehen und eine wirtschaftliche Fertigung von Photovoltaikmodulen kaum noch möglich machen. Auf der anderen Seite sind dadurch die Preise für komplette Photovoltaik-Anlagen so niedrig geworden, dass sich damit hierzulande günstiger Strom produzieren lässt, als den Strom aus der Steckdose zu beziehen. Die thermische Solarenergie steht vor dem Problem, dass trotz steigender Öl- und Gaspreise ihr Wachstum sich kaum bewegt und noch immer von staatlicher Förderung abhängig ist.

In der Eröffnung der Veranstaltung forderte Karl-Heinz Remmers, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis, die Branche zu mehr Selbstbewusstsein auf, Zusammenhalt und Einsatz für eine kritischere Berichterstattung als Gegenpol zu Medien, die nur voneinander abschreiben. Dass er in diesem Zusammenhang Blogs negativ erwähnt hat, muss ich hier ausdrücklich kritisieren, denn Blogger schreiben nicht voneinander ab (oder sollten es nicht ohne Kommentar tun), wie dies in anderen Medien gerade bei der Strompreisdiskussion immer wieder vorgekommen ist. Er forderte auch auf den Blick nach vorne zu richten, auf eine Zukunft mit 100% erneuerbare Energien, die 200 GW installierter Photovoltaik-Leistung und 130 GW thermischer Solarenergie beinhalten. Rückendeckung haben diese Zahlen immerhin kürzlich erhalten durch eine Studie des Fraunhofer-Institutes, die besagt, dass dieses Ziel ohne Kostensteigerungen möglich ist.

Die politische Diskussion zeigte wieder einmal jede Menge Standardfloskeln, die man von diesen Akteuren immer wieder hört. Festzuhalten bleibt jedoch, dass Hans-Josef Fell sich gegen Strafzölle für PV-Module aus China ausgesprochen hat, diese würden nur die Preise wieder in die Höhe treiben, was kein Kunde mitmachen würde. Er fordert vielmehr die Branche auf den Blick gemeinsam nach vorne zu richten und sich auf ihre Stärken zu besinnen. Ein Hinweis von ihm war auch noch, dass die Überarbeitung einer Finanzrichtlinie die zahlreichen Energiegenossenschaften bedrohe, demnach würden es nur noch Banken möglich sein zu investieren.

Hervorheben in der politischen Diskussion ist noch Holger Krawinkel, der als Vertreter des vzbv auch daran teilgenommen hat und bisher immer ein scharfer Kritiker der Einspeisevergütung war. Angesichts der heutigen Strombezugspreise und PV-Anlagenpreise ist er scheinbar zu einem Freund der Photovoltaik geworden, denn mit eigenem Photovoltaik-Strom kann man nur sparen. Zudem ist die Photovoltaik heute nicht mehr für die Preissteigerungen verantwortlich zu machen. So war es dann auch nicht mehr verwunderlich, als der Vertreter von RWE auch noch seine Sympathie und Unterstützung für die Solarbranche angekündigt hat.

In seiner Eröffnungsrede hielt Bundesumweltminister Peter Altmeier ein Plädoyer für einen Erfolg der Energiewende und verknüpfte gleich seine politische Zukunft mit der erfolgreichen Umsetzung der Energiewende. Ob er bis 2050 im Amt bleiben möchte ist aber nicht bekannt.

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Autor: Andreas Kühl

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Andreas Kühl betreibt seit Jahren den Blog energynet.de und schreibt über energiesparendes Bauen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Er ist zudem Gründungsmitglied der Energieblogger.



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