Quaschning: Sieben bis acht Gigawatt Photovoltaik pro Jahr

27.11.12  06:00 | Artikel: 954821 | News-Artikel (Red)

Quaschning: Sieben bis acht Gigawatt Photovoltaik pro Jahr
Prof. Dr.-Ing. habil.
Volker Quaschning
HTW Berlin
© volker-quaschning.de
Auf dem diesjährigen Forum Solarpraxis fordert Prof. Volker Quaschning (HTW Berlin) den kontinuierlichen Ausbau der Photovoltaik. Um den Klimawandel zu bekämpfen, hält er einen jährlichen Zubau von sieben bis acht Gigawatt für notwendig.

Die Ziele der Bundesregierung bei der Energiewende sind nicht jedem klar. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, erklärte auf dem 13. Forum Solarpraxis, was jedoch das vorrangige Ziel sein sollte. Während der Podiumsdiskussion „Der deutsche Photovoltaik-Markt im Umbruch“ legte Quaschning sehr anschaulich dar, dass es langfristig um die Bekämpfung des fortschreitenden Klimawandels geht.

Um bis zum Jahre 2040 null Prozent Kohlendioxid-Ausstoß bei der Stromherstellung in Deutschland zu erreichen, sei ein Zubau der Photovoltaik von jährlich etwa 20 bis 30 Prozent notwendig. Das entspräche einem Ausbau von sieben bis acht Gigawatt Photovoltaik pro Jahr, erklärte Quaschning. Das derzeitige Energieprogramm der Bundesregierung sehe ein langfristiges Ausbauvolumen von lediglich einem bis zwei Gigawatt pro Jahr vor. Dies reicht aus Sicht Quaschnings jedoch nicht aus.

Quaschning zeigte entsprechende Charts, in dem der Verlauf des Ausbaus der Erneuerbaren und der parallele Abbau der fossilen Rohstoffe dargestellt wird. Dabei wies er darauf hin, dass der Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 nicht ausreiche. Die Bundesregierung halte nach wie vor langfristig an der Kohlekraft fest.

Quaschning erklärte im Zusammenhang mit dieser Verhältnisänderung, dass es beim weiteren Ausbau der Photovoltaik zu immer geringeren Anteilen von konventionellen Kraftwerken komme. Bei einem Ausbau von ca. 50 GW Photovoltaik und den Anteilen der anderen erneuerbaren Energien wären keine konventionellen Kraftwerke mehr benötigt. Diese müssten dann über mehrere Tage vom Netz gehen. Der wirtschaftliche Betrieb solcher Kraftwerke ist dann nicht mehr gegeben. Das, so vermutet Quaschning, ist wohl die wahre Begründung für die gewünschte Begrenzung bei 52 GW der Regierung.

Ein mögliches Lösungsszenarien wäre die Kombination von Erneuerbaren mit Speichersystemen. Dabei bestehe zwar ein großer Speicherbedarf, der aber nach Meinung Quaschnings zu verwirklichen sei. Dieser Speicherausbau und eine moderate Anhebung der EEG-Umlage solle uns die Zukunft nachfolgender Generationen wert sein, führte Quaschning aus.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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