Österreich ist das europaweit beste Investitionsziel für erneuerbare Energien

30.11.12  06:00 | Artikel: 954837 | News-Artikel (e)

Österreich ist das europaweit beste Investitionsziel für erneuerbare Energien PA Consulting Group hat den »Investitionsatlas Erneuerbare Energien« geschaffen, der Investoren und Unternehmen lohnenswerte Länder und Technologien aufzeigt.

In dem von PA Consulting Group erstellten »Investitionsatlas Erneuerbare Energien« nimmt Österreich als Investitionsziel für erneuerbare Energien den ersten Platz ein. Der Investitionsatlas Erneuerbare Energien ist eine online abrufbare interaktive Energiekarte, die Indikatoren von 14 europäischen Ländern sowie entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Investitionsrisiken für zehn verschiedene Technologien bewertet. Durch die in Österreich vorhandenen Anlagemöglichkeiten für Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse rangiert das Land auf dem ersten Platz.

Der Investitionsatlas zeigt zudem: Der Zuwachs an Solarenergie-Projekten in Spanien, Italien und Deutschland - Länder, die in diesem Bereich als attraktive Investitionsziele gelten - verlangsamt sich aufgrund von Tarifkürzungen und der Aussetzung von Subventionen. Betriebswirtschaftlich gesehen haben Windkraftparks (hauptsächlich Onshore) andere erneuerbare Energien überholt.

Deutschland

Geringere Einspeisetarife sowie die Debatte zur Gestaltung eines neuen Anreizmechanismus für erneuerbare Energien stellen die Energiewende und die Versorgungssicherheit in Frage: Unter 14 Ländern nimmt Deutschland den sechsten Rang ein.

Der stockende Ausbau der Stromtrassen erhöht wahrscheinlich die Netzzugangsrisiken. Allerdings werden neue Verordnungen den Investorenschutz graduell verbessern. Dies könnte Offshore-Windkraftparks einen Aufschwung bescheren. Somit wird diese Technologie etwas besser bewertet als Onshore-Windkraft - beide über dem Durchschnittswert für Deutschland. Die Auswirkungen niedrigerer Einspeisetarife für Photovoltaik sind bereits spürbar, denn die Absenkung hat in den letzten drei Jahren bis 2012 die Rentabilität von Solarenergie-Projekten um fast 70 Prozent verringert. Damit liegt die Bewertung für diese Technologie unter dem Durchschnitt für Deutschland. Die von der Energiewende verursachte Unsicherheit verschlechtert die Aussichten für neue Gas- und Kohlekraftwerke, während Biomasse die beste Bewertung der Technologien in Deutschland erhält.

Laut Olaf Remmler, Energieexperte der PA Consulting Group "steigt das Risiko für Anleger in erneuerbare Energien völlig unabhängig davon, welche neuen Anreizmechanismen in Deutschland entstehen. Dennoch werden die neuen Verordnungen Investoren einen gewissen Schutz bieten, was zu einem Impuls für Offshore-Windparks führen könnte."

Europäisches Ranking für Investitionsmöglichkeiten für erneuerbare Energien

Von den weiteren europäischen Ländern nehmen Norwegen und Dänemark den zweiten bzw. dritten Platz ein. Beide Länder führen hier aufgrund ihres Engagements für die Windkraft an Land das Feld an. In Dänemark werden erneuerbare Energien zum grössten Teil durch Wind gewonnen: Im letzten Jahrzehnt hat das Land seine Windkrafterzeugungskapazität um 4.000 MW ausgebaut.

Mit seiner hohen Bewertung im Bereich Wasserkraft rangiert Schweden auf Platz vier. Dank Wasserkraft kann Schweden mehr als 40 Prozent seines Elektrizitätsbedarfs aus erneuerbaren Quellen abdecken. Der Investitionsatlas platziert Grossbritannien als fünfbestes Land: die Kapitalrendite (berechnet mit der internen Zinssatzmethode) ist dort bei On- und Offshore-Windparks hoch, fällt aber für Photovoltaik und Wasserkraft niedriger aus.

Im Gegensatz dazu bleiben Frankreich, Irland, Finnland und Spanien wegen zu geringer oder sogar gänzlich fehlender Einspeisetarife zurück. In Deutschland sind die Einspeisetarife für Windkraft beispielsweise fast doppelt so hoch wie in Irland. Mit der Ausnahme von Finnland tragen diese Länder wegen der Schuldenkrise zudem ein hohes Länderrisiko. Allerdings dürfte sich die Lage in Frankreich verbessern: Die französische Regierung will den Anteil erneuerbarer Energien vor allem durch Anreize erhöhen, wobei die Offshore-Windkraft als das rentabelste Projekt anzusehen ist.

Olaf Remmler, Energieexperte der PA Consulting Group, leitete das Projekt Investitionsatlas: "Die geographische Darstellung von Risiken und Chancen auf den europäischen Energiemärkten stellt für Versorger, Betreiber und Investoren, die alle Energieprojekte - ob im erneuerbaren oder im konventionellen Bereich - vom Anfang bis zum Ende der Wertschöpfungskette prüfen wollen, eine Schlüsselrolle dar. Veränderungen der gesetzlichen, finanziellen oder geopolitischen Rahmenbedingungen können zu bedeutenden Veränderungen führen."


PA's Energy Investment Map
http://www.paconsulting.com/energyinvestmentmap




(Quelle: PA Consulting Group)


Themenbereiche:

Energiepolitik | erneuerbare Energien | Standorte | international

Schlagworte:

Investitionsatlas Erneuerbare Energien | PA Consulting Group | Österreich (10) | Energiekarte | Wirtschaftlichkeitsberechnungen | Investitionsrisiken | Technologien (16) | Windkraftpark