Dünnes Eis für Suchmaschinen-Optimierer: Google schlägt zurück

14.12.12  06:45 | Artikel: 954875 | News-Artikel (Red)

Dünnes Eis für Suchmaschinen-Optimierer: Google schlägt zurückSuchmaschinen-Optimierung (SEO) hat sich in den letzten Jahren global zu einem Millionenmarkt entwickelt. Hauptsächlich große Unternehmen, die etablierte Markenprodukte auf dem Markt haben, investieren Beträge mit etlichen Nullen vor dem Komma in verschiedene Dienstleister. Jetzt schlägt Google zurück.

Prinzipiell könnte man sagen, dass SEO-Techniken überall dort verstärkt zum Einsatz kommen, wo es z.B. darum geht, Produkte zu verkaufen, die sonst keiner haben will. So ungefähr sieht Google das Ganze. Der Suchmaschinenriese erklärt in den Webmaster-Richtlinien ziemlich pragmatisch, dass eine Seite, die über gute, einzigartige Inhalte verfügt, automatisch im Ranking weit oben steht. Eine Optimierung ist nur in hauptsächlich technischer Hinsicht notwendig.

Bei hohem Konkurrenzdruck oder bei schwachen Absatzzahlen kommen dann die SEO-Anbieter zum Zug. Hier wird an Texten und Schlagworten gefeilt, dass sich die Balken biegen. Um die entsprechenden Änderungen an einer Website auch auf den gewünschten Erfolg hin überprüfen zu können, müssen die Anbieter ständig die Position in der Ergebnisliste mit Hilfe von Suchanfragen ermitteln. Ein Vorgang, der im Fachjargon Scraping genannt wird und nach den Google-Richtlinien nicht erlaubt ist. Viele Daten über eine Website können über entsprechende Google-Tools abgefragt werden; die Positionierung einer Site mit den entsprechenden Keywords jedoch nicht.

Scraping ist in der Google-Philosophie eine Art von Betrugsversuch, da Inhalte von Websites entsprechend geändert werden, um den Indexierungsalgorithmus von Google mit Hilfe von entsprechendem Online-Feedback besser beeinflussen zu können.

Gegen diese schon länger übliche Praxis geht Google nun vor. So wurden die SEO-Anbieter Ahrefs, Raven und Seomoz aufgefordert auf derlei Abfragen zu verzichten. Andernfalls würde der API-Zugang zu anderen Google-Diensten gesperrt werden.

Die Unternehmen haben bereits auf die Drohung reagiert. Raven und Ahrefs stellen zum Anfang nächsten Jahres diese Art der Datenermittlung ein. Seomoz tut dies indes nicht und wirft lieber die Google-API mit aus dem Angebot.

In Deutschland sind es die Unternehmen Sistrix und Searchmetrics, die zu den größten Anbietern von SEO-Tools gehören. Hier gibt man sich bislang durchaus optimistisch und verweist auf andere Datenbezugsquellen.

Fakt ist jedoch, dass die SEO-Techniken in den letzten Jahren vehement zugenommen haben um teils zweifelhafte Erfolge zu erzielen. Hier scheint Google jetzt den diversen Anbieter den Krieg erklärt zu haben. Das Geschäft wird demnach zunehmend schwieriger und vermutlich wieder teurer.



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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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