Fahrplan Energiewende: «U-Bahn-Streckennetz» visualisiert Handlungsfelder

09.01.13  08:50 | Artikel: 955017 | News-Artikel (Red)

Fahrplan Energiewende: «U-Bahn-Streckennetz» visualisiert HandlungsfelderDie Energiewende ist nicht immer ganz einfach zu verstehen. Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt, Wärmeerzeugung, Elektromobilität und Gesellschaft sind Themen, die mitunter eine große Rolle im Gesamtzusammenhang spielen.

All diese Handlungsfelder hat jetzt eine Autorengemeinschaft - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU), Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und Hochschule Regensburg - in einer aktuellen Publikation aufgearbeitet und einen entsprechenden Fahrplan für die Energiewende erstellt.

Das 16-seitige PDF behandelt nacheinander die Themenkomplexe Stromerzeugung, Stromnachfrage, Wärme, Mobilität und Gesellschaft. Für jeden Bereich wird ein Zeitdiagramm in Bezug auf Anteil der erneuerbaren Energien und beteiligter Themen erstellt (Gantt-Projekt-Diagramm). Nachfolgend werden dann jeweils fünf exemplarische "Stationen" näher erläutert.

Am Ende werden dann die Zeitdiagramme der einzelnen Handlungsfelder in ein komplexes, konsolidiertes Diagramm überführt, dass dann tatsächlich eine verblüffende Ählichkeit mit dem U-Bahn-Netz einer Großstadt hat.



Die Ansicht ist nicht leicht zu verstehen, ermöglicht aber durchaus eine neue Perspektive auf die Zusammenhänge. So schreiben die Autoren schon im Vorwort, dass diese Ansicht eine Diskussionsgrundlage darstellen soll:

Klimaschutz, Ressourcenschonung und eine risikoarme Energieversorgung sind zentrale Ziele der Energiewende. Ein effizientes, überwiegend auf erneuerbaren Energien beruhendes Energiesystem erfordert Maßnahmen in allen Bereichen: ­ bei Stromerzeugung und -Nachfrage, im Wärmemarkt, im Verkehrssektor, aber auch bezüglich gesellschaftlicher Veränderungen.

Die Energiewende ist ein einschneidender Prozess und muss über Jahrzehnte erfolgen. Es gilt, technische Neuerungen, gesellschaftliche Entwicklungen, Ersatz- und Veränderungsprozesse anzustoßen und miteinander zu verzahnen. Diese langfristige Perspektive erfordert auch die Vorwegnahme zukünftiger Entwicklungen. Denn die Häuser, die wir heute sanieren, die Leitungen, die wir heute legen und die Kraftwerke, die wir heute bauen, werden auch noch zur Mitte des Jahrhunderts unser Energiesystem prägen.

Diese Veröffentlichung versucht, erforderliche Änderungen aufzuzeigen. Zwangsläufig ist die Auswahl der Änderungen subjektiv und die Definition geeigneter Zeitpunkte mitunter schwierig.

Die Darstellung als „U-Bahn-Streckennetz“ versucht deutlich zu machen:
Es sind verschiedene Linien, die wir verfolgen müssen; es gibt Umsteige-Haltestellen und Verbindungen zwischen ihnen; und es ist ein dynamischer Vorgang, eine „Fahrt mit Unbekannten“. Aber: die Endstation ist klar, das Ziel ist die dekarbonisierte, effiziente und risikoarme Energiewelt.

Wir laden dazu ein, diesen Streckenplan zu nutzen, zu ergänzen, zu diskutieren.


Download des "Fahrplans" in verschiedenen Bildgrößen:
JPG 2976 x 2105 Px
PNG 1200 x 565 Px



Fahrplan_Energiewende_EZ.pdf




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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