Wenn ein Fuchs die Energiewelt verdreht

28.01.13  08:00 | Artikel: 955079 | News-Artikel (Red)

Wenn ein Fuchs die Energiewelt verdrehtÜber 800 Stadtwerke und Regionalversorger gibt es in Deutschland. Meistens in der Hand von Kommunen, gibt es wahrscheinlich keine zwei die ihren Betrieb exakt gleich aufgebaut haben. Auf unterschiedliche Chancen hat man in der Vergangenheit gesetzt und kann unterschiedliche Erfolge damit feiern. Das sich das Geschäft mit Energie rentiert kann man an vielen Beispielen sehen. Doch wenn die regenerativen Energieträger plötzlich für die konventionellen Kraftwerke zahlen sollen, dann erscheint es zumindest mir komisch. Das will aber CDU Mann Michael Fuchs.

Es kommt selten vor, dass man innerhalb von nur einer Woche über den gleichen Politiker zweimal etwas in den Medien lesen kann – und dann auch noch zu zwei vollständig unterschiedlichen Themen. Am Mittwoch Abend berichtete das Medien Magazin Zapp über den Clinch zwischen dem virtuellen Wählergedächtnis Abgeordnetenwatch.de und dem CDU Politiker Michael Fuchs.

In der Welt vom Freitag wird Michael Fuchs mit folgender Aussage zitiert:

«Einen möglichen Lösungsvorschlag für den gesamten Energiemarkt hat CDU-Mann Fuchs bei der Tagung skizziert: Ökostrom-Produzenten sollten verpflichtet werden, zu ihrem Wind- und Sonnenstrom einen bestimmten Anteil an gesicherter Leistung – in der Regel konventionelle Energie – dazuzukaufen.»
(Quelle Die Welt)

Vielleicht werden wir in wenigen Jahren tatsächlich soweit sein, dass es einen Kapazitätsmarkt und kein Verbrauchsmarkt für die Stromversorgung gibt. Allerdings sind auch regenerative Energieträger in der Lage gesicherte Leistung zu bieten. Stromspeicher und deren Förderung sind die dezentrale Lösung, die hier im Blog bereits vor einigen Tagen beschrieben würden. Bei der Umsetzung würden die Stadtwerke allerdings kein größeres Stückchen vom Kuchen abbekommen. Gesicherter Strom kann allerdings auch aus Wasserkraft kommen, oder vielleicht doch quer durch Europa transportiert werden.

Fakt ist, das Wörter “in der Regel” sehe ich als einen schwierigen Ratschlag an, der einen vielleicht aktuell bestehenden Status-Quo in die Zukunft zu projizieren versucht. Was aber, wenn sich die Verhältnisse zur Speicherung und Erzeugung weiter ändern, dann sind Fehlinvestitionen ähnlich derer in Kohlekraftwerke vorprogrammiert.




(Autor: Autor der Redaktion bekannt)


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