Zwei Jahre nach Fukushima: Klaus Töpfer für Energiewende optimistisch

08.03.13  16:30 | Artikel: 955256 | News-Artikel (e)

Zwei Jahre nach Fukushima: Klaus Töpfer für Energiewende optimistisch
Klaus Töpfer,
Bild:Wikipedia
Staat sollte bessere Energieeffizienz unterstützen

Klaus Töpfer ist zwei Jahre nach Atomkatastrophe von Fukushima zuversichtlich, dass die Energiewende in Deutschland gelingen wird. "Wenn man den Optimismus verliert, wird gar nichts mehr draus. Ich lasse mir diesen realistischen Optimismus nicht nehmen", sagte der Direktor des Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) im PHOENIX-Interview (Ausstrahlung am Montag, 11. März 2013, ab 9.00 Uhr). Enttäuscht zeigte sich der ehemalige Vorsitzende der Ethikkommission zum Atomausstieg allerdings über die bisherige Umsetzung der Energiewende.

Die Energiewende sei ein sehr komplexes Thema, so der CDU-Politiker. Doch halte er es schon für bemerkenswert, dass etwa der Vorschlag des Mieterbundes, die Kosten für eine energetische Sanierung von Mietwohnungsgebäuden zwischen Eigentümer, Staat und Mieter zu dritteln, nicht weiter diskutiert worden sei. "Es ist schade, dass wir in der Umsetzung die Bürger nicht so mitgenommen haben. Wir brauchen für die Umsetzung der Energiewende unbedingt das, was wir auch als Überschrift über den Ethikkommissions-Bericht geschrieben haben: Es muss ein Gemeinschaftswerk sein. Es darf sich nicht wieder zerfleddern. Es darf nicht wieder in die alten parteipolitischen Gräben zurückfallen", so Töpfer. Sonst könne man die Aufgabe nicht bewältigen.

Zugleich betonte der ehemalige Umweltminister die soziale Dimension der Energiewende und forderte staatliche Hilfen. "Die Energieeffizienz ist ein Schlüssel zur Realisierung der Energiewende. Sie muss sehr intensiv und sehr gezielt auch von staatlichen Stellen unterstützt werden." Darüber hinaus müsse man beispielsweise darüber nachdenken, Sozialeinkommen mit Blick auf die Energiekosten zu erhöhen. Die zurzeit diskutierte Strompreisbremse bewertet er als "zu sehr in die Mühlen des Wahlkampfes hineingezogen. Und es lenkt vor allem davon ab, dass wir eine grundsätzliche Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und Energiewirtschaftsgesetzes brauchen. Daran muss man arbeiten."

Töpfer selbst hat seinen Energieverbrauch in den vergangenen Jahren verändert. "Energie ist ja mehr als Strom", betonte der 74-Jährige gegenüber PHOENIX. Er fahre kaum noch Auto, denn er sei glücklicher Besitzer einer Bahncard 100. "Das ist ein großer Beitrag zur Erleichterung meines CO2-Rucksackes." Zu Hause hätte er zum Beispiel alte, ineffiziente Elektrogeräte ausgemustert, so Töpfer weiter.




(Quelle: PHOENIX)


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