NABU: Atomkraft teurer als erneuerbare Energien

11.03.13  09:45 | Artikel: 955263 | News-Artikel (e)

NABU: Atomkraft teurer als erneuerbare EnergienKernkraft muss weltweit zum Auslaufmodell werden

Mit Blick auf den zweiten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima fordert der NABU, dass die Atomkraft weltweit zum Auslaufmodell werden muss. «Die Menschen in Japan leiden nach wie vor unter der hohen Strahlenbelastung. Die Kostenschätzungen für die Folgen von Fukushima liegen zwischen 100 und 850 Milliarden Euro. Das macht deutlich: Atomkraft ist nicht nur gefährlich für Mensch und Natur, sondern birgt auch immense ökonomische Risiken», so Olaf Tschimpke. In ganz Europa werden Baustellen von Atommeilern zum industriepolitischen Desaster und zum Teil bereits aufgegeben, wie kürzlich in Bulgarien. In Finnland explodierten die Baukosten für die Atomanlage Olkiluoto von ursprünglich drei Milliarden auf 8,5 Milliarden Euro.

Aus NABU-Sicht wird Atomstrom damit zunehmend unrentabel. „Für das französische Atomkraftwerk in Flamanville wird mittlerweile mit Stromerzeugungskosten von mindestens sieben bis neun Cent pro Kilowattstunde kalkuliert. Bei dieser Größenordnung kann umweltfreundlich erzeugter Strom aus modernen Windenergieanlagen locker mithalten“, so Tschimpke. Was Atomstrom wirklich kostet, lässt sich derzeit noch gar nicht abschätzen. So sind zum Beispiel die Kosten für eine dauerhaft sichere Entsorgung von hochradioaktivem Atommüll unbekannt, weil weltweit kein funktionierendes Endlager in Betrieb ist. In Deutschland ist noch nicht einmal klar, wer denn die Kosten für ein sorgfältiges Verfahren zur Endlagersuche trägt. „Wie wichtig eine gründliche Standortprüfung ist, zeigt sich an den Fehlentscheidungen mit dem Atommülllager ASSE II, wo nun marode Atomfässer auf Kosten der Allgemeinheit geborgen werden müssen“, warnt der NABU-Präsident.

Im Vergleich dazu ist die aktuelle Debatte um steigende Strompreise durch den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland völlig verzerrt. „Zum einen belasten die Zusatzkosten der Energiewende beim Strom die privaten Haushalte viel weniger als die Preissteigerungen für Heizung und Kraftstoffe. Zum anderen sind die Folgekosten für den Neubau von Atom- oder Kohlekraftwerken noch höher“, betont NABU-Energieexpertin Tina Mieritz. Immer weniger zu vermitteln ist aber die ungleiche Verteilung der Kosten für die Energiewende im Strommarkt. Weite Teile der Industrie profitieren mittlerweile nicht nur von zahlreichen Ausnahmeregelungen, sondern auch von den durch die erneuerbaren Energien gesunkenen Großhandelspreisen.




(Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU))


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