Fell: Solarworld mit finanziellen Problemen

19.04.13  14:30 | Artikel: 955433 | News-Artikel (Red)

Das Sterben der deutschen Solarenergieproduzenten geht weiter, nun ist auch das Vorzeigeunternehmen Solarworld laut Agenturmeldungen weiter in finanzielle Bedrängnisse geraten. Das ist das Ergebnis einer seit Jahren fehlenden Solarindustriepolitik der Bundesregierung.

Sehenden Auges lässt die Bundesregierung die deutsche Solarindustrie vor die Hunde gehen lässt. Freudiger Nutznießer werden chinesische Solarfirmen sein, da die chinesische Regierung die Solartechnik als strategische Industrie erkannt hat und unterstützt. Auch der EU-Kommission, vor allem in Person von Energiekommissar Oettinger (CDU) fällt nichts ein, um der europäischen Solarindustrie angesichts der chinesisches Herausforderung unter die Arme zu greifen.

Schutzzölle wie sie die EU-Kommission vor allem auf Bestreben von Solarworld zusammen mit wenigen anderen Unternehmen, gegen den erklärten Widerstand des größten Teils der europäischen Solarwirtschaft gerade prüft, werden aber die europäische und vor allem die deutsche Solarwirtschaft weiter unter Druck setzen. In Befürchtung von rückwirkenden Erhebungen von Schutzzöllen haben chinesische Produzenten die Modulpreise in Europa schon um bis zu 20 Prozent angehoben und auch die nationalen Hersteller ziehen hier mit.

Offensichtlich hilft dies nicht den Antragsstellern wie Solarworld, aber aktuell wird dadurch weiterer Schaden in der Solarwirtschaft verursacht. Es ist nirgendswo bei der schwarz-gelben Koalition zu erkennen, dass sich wegen der steigenden Modulpreise nun auch die Solarvergütung wieder anheben würden, weshalb immer mehr aktuell geplante Investitionen gestrichen werden.

Die Befürchtung von schrumpfenden Märkten durch Schutzzölle beginnt sich schon auszuwirken bevor die Schutzzölle überhaupt ausgesprochen wurden. Den Schaden haben Handwerker, Investoren, Betreibergemeinschaften und damit weitet sich die Krise in der Solarwirtschaft immer weiter aus.

Eine Mitschuld haben auch die Teile der Solarwirtschaft die geglaubt haben mit Schutzzöllen und Marktabschottung sich vor der Chinesischen Konkurrenz schützen zu können.




Autor: Hans-Josef Fell, MdB

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell ist energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages seit 1998. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe.



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