(N)ONLINER Atlas 2013: Zahl der Internetnutzer steigt wieder nur geringfügig

23.04.13  07:50 | Artikel: 955441 | News-Artikel (e)

(N)ONLINER Atlas 2013: Zahl der Internetnutzer steigt wieder nur geringfügig

  • Deutliche Zuwächse bei der Internetnutzung und der Breitbandversorgung bei den bisher wenig erreichten Bevölkerungsgruppen
  • Internetnutzung: Im Vergleich der Bundesländer zeigen das Saarland mit Zuwächsen von 2,9 und Hamburg mit 1,8 Prozentpunkten überdurchschnittliches Wachstum
  • Breitbandnutzung bundesweit mit einem Zuwachs von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (4,6 Prozentpunkte) deutlich schwächer. Saarland bei den Bundesländern mit deutlichem Plus von 3,5 Prozentpunkten führend
  • Datenschutz- und Sicherheitsbedenken sind häufige Gründe für Nichtnutzung des Internets

Aktuell liegt die Internetnutzung in Deutschland bei 76,5 Prozent. Der Zuwachs von Onlinern stagniert auch in 2013. In den letzten beiden Jahren ist die Zahl der Internetnutzer lediglich um jeweils 0,9 Prozentpunkte pro Jahr gestiegen. Mit 23,5 Prozent sind aktuell immer noch rund 16,5 Millionen Bundesbürger nicht Teil der digitalen Welt. Nach wie vor ist Deutschland nach Geschlecht, Altersgruppen und Bildung digital gespalten: Noch immer sind mehr Männer als Frauen online, mehr Junge als Alte, mehr Menschen mit hohem Bildungsabschluss als mit niedrigem. Dies sind die aktuellen Ergebnisse der 13. Ausgabe des (N)ONLINER Atlas, den TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21 durchgeführt hat. Mit über 30.000 Interviews ist diese Befragung Deutschlands umfangreichste Studie zur Nutzung, Nichtnutzung und Nutzungsplanung des Internets.

Der digitale Graben wird schmaler

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der digitale Graben in unserer Gesellschaft nur langsam schließt. In diesem Jahr sind aber in den bisher wenig erreichten Bevölkerungsgruppen deutliche Zuwächse bei der Internet- und der Breitbandnutzung zu sehen: Betrachtet man etwa die Internetnutzung nach Geschlecht, so ist der Zuwachs bei den weiblichen Befragten mit 1,3 Prozentpunkten mehr als dreimal so groß wie bei den männlichen mit nur 0,4 Prozentpunkten. Erfreulich ist auch die Entwicklung bei der Internetnutzung der älteren Nutzerinnen und Nutzer: Die 50- bis über 70-Jährigen verzeichnen Zuwächse zwischen 2,0 und 3,3 Prozentpunkten. Das sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen (N)ONLINER Atlas, der im Rahmen des D21-Digital-Index 2013 von der Initiative D21 herausgegeben wurde. „Nicht einmal jede zweite Frau über 50 Jahren nutzt das Internet. Dies verdeutlicht den Nachholbedarf für Deutschland und die Notwendigkeit für zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Erschließung bisheriger Offliner“, sagt Robert. A. Wieland, D21-Vizepräsident und Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH , bei der heutigen Ergebnisvorstellung in Berlin.

Bundesländer: Wachstum im Saarland und in Hamburg

16,5 Millionen Bürger in Deutschland verzichten auf das Internet – als häufige Gründe hierfür werden Datenschutz- und Sicherheitsbedenken genannt: Mit 67,5 Prozent sind Datenschutzbedenken der häufigste Grund für die Nichtnutzung, Sicherheitsbedenken haben 59,1 Prozent der Nichtnutzer. Wenn Unterstützung in Sachen Internet benötigt wird, dann geben 64,2 Prozent der Nichtnutzer an, dass ihre Kinder, Freunde oder Bekannte Dinge für sie im Internet erledigen. Hier sind deutliche Unterschiede bei den Nutzungsplanern und Offlinern zu sehen: 90,3 Prozent der Nutzungsplaner holen sich bei der Internetnutzung Unterstützung, aber nur 61,7 Prozent der Offliner. Die eigentlichen Vorteile und der Nutzen des Internets werden von den Nutzungsplanern also offenbar gesehen. Fraglich bleibt allerdings, was ursächlich dafür ist, nicht selbständig online zu gehen. Mangelnde Erfahrung mit dem Computer ist ein weiterer Grund, der die Nichtnutzer insgesamt von der Nutzung abhält (58,5 Prozent). 44,1 Prozent sehen grundsätzlich keinen Nutzen oder Vorteil im Internet. 33,0 Prozent der Nichtnutzer haben niemanden, der ihnen das Internet erklärt. 28,6 Prozent geben zwar an, das Internet bereits genutzt zu haben, verzichten aber bewusst darauf. 55,9 Prozent der über 50-Jährigen sehen altersbedingt keinen Sinn in der Internetnutzung.

„Nutzen für die deutsche Gesellschaft stiftet vor allem der besonnene Umgang mit den kritischen Fragen zur Internetnutzung. Dies sollte durch Kampagnen für eine qualifizierte Aufklärung begleitet werden, wie es sich eben die Initiative D21 zum Ziel gesetzt hat. Die genannten Gründe für eine Nichtnutzung des Internets jedenfalls zeigen auf, dass die verbleibende Minderheit der Nichtnutzer in Deutschland schnell und deutlich abgebaut werden kann“, sagt Dr. Ulrich Hermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wolters Kluwer Deutschland GmbH.

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(Quelle: Initiative D21 e.V.)


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