Untersteller: Kein Fracking solange Risiken unklar sind

02.05.13  11:50 | Artikel: 955483 | News-Artikel (e)

Untersteller: Kein Fracking solange Risiken unklar sind
Franz Untersteller,
Umweltminister
Baden-Württemberg
©baden-wuerttemberg.de
Erdgasgewinnung durch Fracking ist ein heißdiskutiertes Thema: Die einen betonen die angeblichen wirtschaftlichen Chancen, andere sehen große Risiken für Mensch und Umwelt. Wie ist die Haltung der Landesregierung?

Erdgasgewinnung durch Fracking ist ein heißdiskutiertes Thema: Die einen betonen die angeblichen wirtschaftlichen Chancen, andere sehen große Risiken für Mensch und Umwelt. Wie ist die Haltung der Landesregierung?

Franz Untersteller: Die Landesregierung steht dem Einsatz der Fracking-Technologie zur Erdgasgewinnung außerordentlich kritisch gegenüber. Für uns stehen der Schutz und die Sicherheit von Mensch und Umwelt an oberster Stelle. Solange es keine ausreichend gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, muss es generell ausgeschlossen werden, dass Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten aufgesucht und gewonnen wird.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will Fracking lediglich in Trinkwasserschutzgebieten verbieten. Wie bewerten Sie die Pläne?

Franz Untersteller: Ein aktuelles Gutachten, dessen Auftraggeber niemand Geringeres als das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt sind, belegt, dass Risiken für die Umwelt und insbesondere für das Grundwasser durch die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen nicht ausgeschlossen werden können. Ich kann daher nicht nachvollziehen, wieso nur Trinkwasserschutzgebiete geschützt werden sollen. Unser Grundwasser muss flächendeckend geschützt werden.

Welche Alternativen zum Fracking sehen Sie?

Franz Untersteller: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schätzt, dass die Bundesrepublik durch Fracking ungefähr 13 Jahre lang ihren Erdgasbedarf decken könnte. Nur 13 Jahre - vorausgesetzt, man könnte die Vorkommen in einem so dicht besiedelten Land, wie Deutschland es nun einmal ist, auch tatsächlich bergen. Das ist doch keine nachhaltige, zukunftsfähige Alternative! Wir sollten uns daher vielmehr auf den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien konzentrieren und auf die Frage, wie wir die so gewonnene Energie wirtschaftlich zwischenspeichern können. Wir haben hierzu ein Forschungsprogramm „Energie, Energiespeichertechnologien“ ins Leben gerufen und fördern vielversprechende Forschungsvorhaben mit sechs Millionen Euro.





(Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg)


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