Wofür braucht man eigentlich diese Datenlogger?

10.06.13  09:12 | Artikel: 955618 | Proteus Fach-Artikel

Wofür braucht man eigentlich diese Datenlogger?Viele Anlagen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien kennen sie: Datenlogger. Die kleinen Geräte, die Daten von Solar-, Windkraft- oder sonstigen Kraftwerken speichern und ggf. über das Internet weiterleiten. Doch wofür benötigt man diese Kerlchen eigentlich und was machen diese genau?

In der Wikipedia findet man unter dem Eintrag Datenlogger folgende Definition:

Ein Datenlogger ist eine prozessorgesteuerte Speichereinheit, welche Daten in einem bestimmten Rhythmus über eine Schnittstelle aufnimmt und auf einem Speichermedium ablegt. Dies kann dann durch eine Software geschehen, wenn die zu loggenden Informationen beispielsweise innerhalb eines Computers schon in digitaler Form vorliegen und nur aufbereitet werden müssen. Sind die Informationen hingegen nur in nichtelektrischer Form vorhanden, so kann der Datenlogger aus einer speziellen mit Sensoren kombinierten Hardware bestehen, die physikalische Messdaten über eine bestimmte Zeit hinweg erfassen wie beispielsweise Temperaturen, Spannungen und Beschleunigungen.

Zugegeben, diese Definition reicht dem einen oder anderen kaum aus. Prinzipiell ist ein Datenlogger im Bereich der erneuerbaren Energien Anlagen meist ein Kleincomputer mit diversen Anschlüssen. Dabei kann dieser digitale Daten, also die Sache mit den Bits und Bytes, von verschiedenen Geräten lesen, wie z.B. dem Wechselrichter. Digital deshalb, weil auch im Wechselrichter ein Minicomputer drinsteckt. Die beiden verstehen sich also.

Ein bisschen Umwandlung ist dann notwendig, um z.B. Temperaturen oder Windgeschwindigkeiten oder andere "nicht elektrische" Daten zu erfassen. Dafür gibt es jedoch Standardprodukte, die dann auch wieder vom Datenlogger digital ausgelesen werden können.
Auf der anderen Seite sind dann je nach Ausführung noch Anschlüsse für einen Monitor oder eben für das Internet.

Aufgaben eines Datenloggers: Visualisierung, Überwachung und Datenspeicherung

Natürlich gibt es eine enorme Preisspanne, die von geschenkt bis hin zu mehreren Tausend Euro reicht. Die Funktionalität ist nahezu gleich. Der Unterschied liegt dann meist bei Speichermengen oder verschiedenen integrierten Gimmicks.

Da wir diesen Datenloggern professionell sehr nahe stehen, muss auch gesagt werden, dass sich diese Logger auch in der Art der Datenübermittlung ins Internet stark unterscheiden. Hier gibt es "gute" und auch sehr "dumme" Geräte.

Der Datenlogger des Wechselrichterherstellers SMA gehört in die Familie der guten Geräte. Er arbeitet meist fehlerfrei, ist einfach zu bedienen und die übertragenen Daten sind logisch aufgebaut. Einziges Manko: die Datenmenge in den sog. XML-Dateien ist recht hoch. Die Anzeige von Betriebsstunden im Nanosekunden-Bereich ist ein wenig übertrieben.

Am unteren Ende der Intelligenz-Skala befinden sich dann Geräte, die ganze Internetseiten und Skripte übermitteln, anstatt reine Daten. Hat man dann z.B. eine Anlage, bei der nur mobiles Internet zur Verfügung steht, so reicht oft die Geschwindigkeit für eine fehlerfreie Übermittlung der Daten nicht aus. Diese Geräte haben sich dann für den professionellen Einsatz disqualifiziert.

Fazit

Datenlogger sind ein unverzichtbarer Bestandteil bei allen Energieerzeugungsanlagen. Allerdings sollte man sich - in Anhängigkeit der Anlagengröße - schon vor oder während dem Bau der Anlage über die Auswahl eines guten Datenloggers Gedanken machen. Sonst stellt man hinterher recht schnell fest, dass die Kosten für kurzfristig notwendige Serviceeinsätze um einiges höher liegen, als die paar Euro, die man beim Datenlogger eingespart hat.

Produktbeispiele für Datenlogger
Einige Datenlogger als Musterbeispiele (v.l.) [Produktbilder: Hersteller]:
- Die formschöne und technisch einwandfreie Sunny WebBox von SMA,
- der MaxWeb von Solarmax in Hakle-Feucht-Kisten-Optik,
- der WEBlog PRO von MeteoControl als industrielles Hutschinengerät und
- der nur für Kleinanlagen geeignete Solarlog 1000 von Solare Datensysteme.


[Anmerkung der Redaktion: Die Proteus Solutions GbR verkauft keinerlei Datenlogger und unterhält auch keine gewinnbringende Geschäftsbeziehung mit Herstellern solcher Geräte]

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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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