BITKOM: Phishing-Fälle nehmen deutlich ab

30.08.13  11:20 | Artikel: 955895 | News-Artikel (e)

BITKOM: Phishing-Fälle nehmen deutlich ab

  • Trotz Rückgang keine Entwarnung:
    Täter gehen immer raffinierter vor
  • Zahl der insgesamt gemeldeten
    Cybercrime-Delikte nimmt im Jahr 2012 zu
  • BITKOM gibt Hinweise gegen Angriffe von Betrügern

Die Zahl der der gemeldeten Phishing-Fälle und die daraus resultierenden Schäden haben in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich abgenommen. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM unter Berufung auf aktuelle Daten des Bundeskriminalamtes (BKA). Danach hat sich im Jahr 2012 die Zahl der Phishing-Fälle auf 3.440 nahezu halbiert (minus 46 Prozent). Im Jahr zuvor wurden den Behörden noch 6.422 Phishing-Fälle gemeldet.

Die durch die Betrugsmasche verursachten Schäden sind im Jahr 2012 ebenfalls um 46 Prozent auf 13,8 Millionen Euro gesunken (Vorjahr: 25,7 Millionen Euro). Damit ist die Zahl der Phishing-Delikte erstmals seit dem Beginn der Erhebungen im Jahr 2008 zurückgegangen.

„Trotz rückläufiger Fallzahlen kann beim Phishing noch keine Entwarnung gegeben werden“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Betrüger gehen immer raffinierter vor und setzen zunehmend Phishing-Viren ein.“ Internetnutzer sollten daher beim Online-Banking und beim Einkaufen im Web stets die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen einhalten.

Moderne Transaktions-Verfahren nutzen
Für Überweisungen und andere Kundenaufträge sind Transaktionsnummern (TANs) nötig. Früher konnten Nutzer beim Online-Banking einen solchen Code aus einer Liste frei wählen. Sicherer ist das iTAN-Verfahren, bei dem die Codes nummeriert sind. Ein Zufallsgenerator der Bank bestimmt, welche TAN aus der Liste eingegeben werden muss. Noch weniger Chancen haben Kriminelle beim mTAN-Verfahren: Die TAN wird dem Kunden aufs Handy geschickt und ist nur kurzzeitig gültig. Wichtig ist aber, dass auf dem Handy keine Schadprogramme sind. Weitere Schutzverfahren sind chipTAN und HBCI, bei denen der Kunde als Zusatzgeräte einen TAN-Generator oder ein Kartenlesegerät nutzt.

Mit Geheimzahlen richtig umgehen
Passwort (PIN) und Transaktionsnummern nicht auf dem PC speichern. Auch eine automatische Speicherung im Internet-Programm (Browser) ist riskant. Ein frei wählbares Passwort fürs Online-Banking sollte mindestens acht Zeichen lang sein und möglichst aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Fürs Online-Banking unbedingt ein separates Passwort wählen – keines, das auch für andere Dienste im Web genutzt wird. Empfehlenswert ist auch, die PIN rund alle drei Monate zu ändern.

Falls es zu spät ist – Schadensbegrenzung
Nicht immer ist das Geld sofort weg, wenn Kriminelle eine Sicherheitslücke ausgenutzt haben. Opfer sollten zuerst die Bank alarmieren. Wenn eine Phishing-Überweisung nicht lange zurückliegt, kann sie manchmal noch gestoppt oder rückgängig gemacht werden. Entsteht doch ein finanzieller Schaden, unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Das ist nötig, um eventuell Geld von der Bank zurückzubekommen. Falls der Kunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat, zeigen sich viele Banken kulant.




(Quelle: BITKOM)


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