Matthias Hartung: «Konventionelle Stromerzeugung steht unter gewaltigem wirtschaftlichen Druck»

10.09.13  07:33 | Artikel: 955933 | News-Artikel (e)

Matthias Hartung: «Konventionelle Stromerzeugung steht unter gewaltigem wirtschaftlichen Druck»
Matthias Hartung
Vorstandsvorsitzender
der RWE Power AG (CEO)
  • Hauptgründe sind sinkende Großhandelspreise und der Entfall der kostenlosen CO2-Zertifikate
  • Verbesserungsprogramm nimmt das gesamte Unternehmen in die Pflicht

«Unsere konventionelle Stromerzeugung steht unter gewaltigem wirtschaftlichen Druck.» Das hat Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation, bei einem Pressegespräch in Paffendorf bei Bergheim verdeutlicht. In den ersten sechs Monaten des Jahres ist das Ergebnis des Unternehmens um 62 Prozent von 1,8 Milliarden auf 690 Millionen Euro gesunken. Hauptgründe sind weiter sinkende Großhandelspreise und der Entfall der kostenlosen CO2-Rechte. Der Gesamtumsatz ging verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro zurück. In der RWE Generation sind seit Jahresbeginn die konventionellen Kraftwerke in Deutschland, England und den Niederlanden gebündelt. Die RWE Power gehört mit der Braunkohle, der Kernenergie und der Wasserkraft dazu.

Die Aussichten trüben sich weiter ein: Der Großhandelspreis für 2014 liegt aktuell bei etwa 38 Euro je Megawattstunde Strom - Anfang 2012 waren es noch 55 bis 60 Euro. Das Ergebnis der RWE Generation wird deshalb weiter zurückgehen. Vor diesem Hintergrund überprüft das Unternehmen seine gesamte Kraftwerksflotte. Von ersten Entscheidungen ist auch das rheinische Braunkohlenrevier berührt: Die Vorschaltgasturbinen am Kraftwerk Weisweiler sind aufgrund ihrer geringen Einsatzzeiten konserviert worden. Ältere Braunkohlenblöcke, die wegen einer besonders schwierigen Kostenstruktur Probleme haben, ihre Vollkosten zu erwirtschaften, stehen unter intensiver Beobachtung.

Einen aktuellen Überblick über die Situation im Rheinischen Revier bot Dr. Ulrich Hartmann, im Vorstand der RWE Power unter anderem verantwortlich für Braunkohlenkraftwerke und Tagebaue. Bis 30. Juni war die Förderung von Braunkohle mit gut 48 Millionen Tonnen leicht rückläufig. Die Stromerzeugung sank in den ersten sechs Monaten um vier Prozent auf rund 37 TWh. Die Veredlungsbetriebe haben im 1. Halbjahr 6,6 Millionen Tonnen Rohbraunkohle verarbeitet. Erwartungsgemäß zurückgegangen sind die Beschäftigtenzahlen: Ende des 2. Quartals arbeiteten 14.800 Mitarbeiter bei RWE in der Stromerzeugung in Deutschland, 327 weniger als am 31. Dezember 2012.

In den Betrieben im Revier und in den Verwaltungen sank die Zahl auf 10.281, ein Rückgang von 190. "Bei allen Sparzwängen wollen wir an unserer guten Ausbildung festhalten", stellte Ulrich Hartmann heraus. 180 junge Leute haben Anfang September eine Ausbildung in einem der 20 unterschiedlichen Berufe begonnen; insgesamt sind es 621 Auszubildende. Erfreulich ist die Entwicklung bei der Arbeitssicherheit, einem Topziel des Unternehmens: Ende Juni 2013 lag die Quote von Unfällen pro eine Million verfahrener Arbeitsstunden bei 2,0 (Industriedurchschnitt 2012: 13,0).




(Quelle: RWE Power AG)


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