Erster Monitoring-Bericht zur Energiewende im Land veröffentlicht

12.11.13  07:30 | Artikel: 956111 | News-Artikel (e)

Erster Monitoring-Bericht zur Energiewende im Land veröffentlicht
Franz Untersteller,
Umweltminister
Baden-Württemberg
©baden-wuerttemberg.de
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat den ersten Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg veröffentlicht. Schwerpunkt der Studie, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Stuttgart im Auftrag des Umweltministeriums erarbeitet hat, ist das Thema Versorgungssicherheit im Stromsektor.

Zudem beleuchtet der Bericht auch andere wichtige Fragen im Kontext der Energiewende wie den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze sowie der Erdgasinfrastruktur, die Entwicklung des Energieverbrauchs und der Energiepreise oder die Auswirkungen auf die Zahl der im Bereich der erneuerbaren Energien angesiedelten Arbeitsplätze im Land. „Der Wirtschafts- und Industriestandort Baden-Württemberg ist auf eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung angewiesen“, betonte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. „Mit dem Statusbericht zur Energiewende, den wir künftig jährlich vorlegen wollen, zeigen wir den aktuellen Stand der Versorgungssituation im Land sowie absehbare Entwicklungen auf, damit wir möglichst frühzeitig zusätzlichen Handlungsbedarf, aber auch Risiken erkennen und notwendige Maßnahmen ergreifen können.“ Die in dieser Form bundesweit wohl einmalige Übersicht stelle eine wichtige Grundlage für eine sachliche Diskussion über die weitere Umsetzung der Energiewende im Land dar, sagte Minister Untersteller.

Prof. Dr. Frithjof Staiß vom ZSW, der die Energiewende auch als Experte für die Bundesregierung begleitet, erklärte: „Zumindest bis zur gesetzlich festgelegten Stilllegung des Kernkraftwerks Philippsburg 2 Ende 2019 ist die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg gewährleistet.“ Für die Zeit danach seien jedoch zusätzliche Netze und/oder flexible Kapazitäten wie Gaskraftwerke erforderlich, um das heutige Niveau der Versorgungssicherheit auch langfristig zu gewährleisten. „Der notwendige zeitliche Spielraum ist somit gegeben, um auf die zurzeit erkennbar fehlenden ökonomischen Anreize für diese Systemtransformation durch Anpassungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene zu reagieren“, so Frithjof Staiß. Dies müsse jedoch zeitnah angegangen werden.

Neues Design für den Energiemarkt
„Der Vorschlag Baden-Württembergs, wie das neue Design für den Energiemarkt aussehen muss, um sicherzustellen, dass auch nach 2020 jederzeit ausreichende Stromerzeugungskapazitäten zur Verfügung stehen, liegt auf dem Tisch“, betonte Umwelt- und Energieminister Untersteller. Die neue Bundesregierung müsse dieses Thema ebenso dringend angehen wie die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. „In Anbetracht der notwendigen Planungs- und Bauzeiten brauchen wir bis spätestens Anfang 2015 Klarheit in diesen Punkten“, so Franz Untersteller.

Monitoring-Gruppe Energiewende
Der nun vorgelegte Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg ist auf Anregung der sogenannten Monitoring-Gruppe Energiewende erarbeitet worden. In ihrer vierten gemeinsamen Sitzung am 21. Oktober 2013 hat die Monitoring-Gruppe den Entwurf des Berichts erörtert. Teilnehmer sind neben Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller hochrangige Repräsentanten aus Wirtschaft, Industrie, Handwerk und der Gewerkschaften. Die Einrichtung der Monitoring-Gruppe Energiewende haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Vertreter der Wirtschaft, Industrie, Handwerk, Naturschutzverbände, Gewerkschaften und Verbraucher im ersten „energiepolitischen Gespräch“ am 5. Dezember 2011 vereinbart.

Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg




(Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg)


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