Sylvia Pilarsky-Grosch: Diskussion um die künftige Ausrichtung der Energiepolitik tritt auf der Stelle

20.11.13  10:49 | Artikel: 956143 | News-Artikel (e)

Sylvia Pilarsky-Grosch: Diskussion um die künftige Ausrichtung der Energiepolitik tritt auf der Stelle
Sylvia Pilarsky-Grosch
Präsidentin des
Bundesverband WindEnergie e.V.
© BWE
Die Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie, Sylvia Pilarsky-Grosch, zeigte sich ernüchtert von der auf der Stelle tretenden Diskussion um die künftige Ausrichtung der Energiepolitik. Die Politik scheine vom Mut verlassen.

"Das in den Koalitionsverhandlungen bislang sichtbar gewordene Zögern und Zurückweichen ist wenig hilfreich. Wer in die Zukunft will darf nicht stehen bleiben. Dies gilt auch für die Energiepolitik. Noch immer sind nämlich alle Debatten in der Vergangenheit verankert. Statt mutig ein neues Strommarktdesign voranzubringen, wird versucht das bestehende System abzuschirmen. Dies kann nicht funktionieren. Die Energiewirtschaft ist im Wandel von zentral zu dezentral, von fossil zu erneuerbar. Davor darf niemand die Augen verschließen", mahnte Sylvia Pilarsky-Grosch.

"Heute haben die Erneuerbaren einen Anteil von 25 Prozent am Strommarkt, selbst im schlechtesten Fall sollen es 2020 mindestens 40 Prozent sein. Deshalb muss die neue Bundesregierung gemeinsam mit der steigenden Zahl der Akteure in der neuen Energiewirtschaft ein tragfähiges Strommarktdesign auf den Weg bringen, welches die fluktuierenden Energien Wind und Sonne in den Mittelpunkt rückt. Um diese herum brauchen wir flexible und vor allem lokale Kapazitäten. Hierbei ergeben sich z.B. für Biomasse und Stadtwerke ganz neue Chancen. Ganz wesentlich ist dabei, dass es möglich wird, die Grünstromqualität tatsächlich bis zum Endkunden zu vermarkten. Dadurch können sich regionale Vermarkungsmodelle mit lokalen Stromtarifen etablieren. Zudem muss die Politik dazu beitragen, dass konventionelle Überkapazitäten nach und nach vom Markt gehen. Nur dies stabilisiert die Preise und eröffnet flexiblen Gaskraftwerken, die künftig gebraucht werden, eine Chance.

Deutschland kann beweisen, dass die Energiewende gelingt. Dafür braucht es Mut. Die Windbranche steht mit 118.000 Beschäftigten und einem Exportanteil von 67 Prozent als innovative Industrie für den Erfolg von Made in Germany ein. Die Bundesregierung muss dafür die richtigen Rahmenbedingungen setzten, statt zögerlich in eine vermeintlich heile Vergangenheit zu blicken. Im BWE sind u.a. 1.100 Hersteller, Zulieferer und Dienstleister, 2.100 Betreibergesellschaften und 15.000 Anleger vertreten. Sie alle warten auf ein klares Signal der neuen Bundesregierung: Die Energiewende muss fortgeführt werden", so Sylvia Pilarsky-Grosch.




(Quelle: Bundesverband Windenergie e.V. (BWE))


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