BDEW veröffentlicht Strom- und Gaszahlen 2013

15.01.14  07:00 | Artikel: 961126 | News-Artikel (e)

BDEW veröffentlicht Strom- und Gaszahlen 2013
Hildegard Müller,
Vorsitzende der
Hauptgeschäftsführung
des BDEW
  • Müller: Grundlegende Reform des EEG ist eine Kernaufgabe der neuen Bundesregierung für 2014
  • Anteil Erneuerbarer Energien an Stromerzeugung steigt auf 23,4 Prozent
  • Politik muss Chancen des Energieträgers Erdgas im Wärmemarkt nutzen

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 23,4 Prozent (2012: 22,8 Prozent) gestiegen. Während die Stromerzeugung der Photovoltaikanlagen mit einem Zuwachs von 7,3 Prozent ein neues Hoch erreichte, ging der Anteil von Wind witterungsbedingt um 3,5 Prozent zurück. So kommt Wind auf einen Anteil an der Stromerzeugung von 7,9 (8,0), Biomasse von 6,8 (6,3), Photovoltaik von 4,5 (4,2), Wasser von 3,4 (3,5) und Siedlungsabfälle von 0,8 (0,8) Prozent. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Jahr 2013 hervor.

Ungeachtet des notwendigen weiteren Anstiegs des Anteils Erneuerbarer Energien bleibe der grundlegende Reformbedarf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in puncto Kostenentwicklung bestehen. "Die anstehende Reform des EEG ist eine der Kernaufgaben der neuen Bundesregierung für 2014. Das, was dazu im Koalitionsvertrag steht, reicht nicht aus, sondern bedarf in Bezug auf die Ausgestaltung und die Zeitpläne mutigeres Handeln. Kosteneffizienz muss in Zukunft bei der Förderung der Erneuerbaren im Vordergrund stehen. Insofern kann ich auch nur hoffen, dass sich der Plan der neuen Bundesregierung, eine fundamentale Reform des EEG bis Ostern vorzulegen, auch umsetzen lässt." Das sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, heute in Berlin.

Der starke Stromfluss aus Deutschland in andere Länder sei auch ein Zeichen dafür, dass der europäische Energiebinnenmarkt funktioniere. Hildegard Müller: "Diese Zahlen zum Stromaustausch sind ausdrücklich kein Indiz für eine beruhigende Situation in Deutschland wie auch die hohe Anzahl der beantragten Kraftwerksstilllegungen bei der Bundesnetzagentur zeigt. Die aktuell hohen Abflüsse ins Ausland bedeuten nicht, dass es überall zu jedem Zeitpunkt einen Überschuss an Strom gibt. Strom muss jederzeit an jedem Ort verfügbar sein. Die Kraftwerkskapazitäten müssen jederzeit ausreichen, um die höchste Leistungsanforderung der Stromkunden abzudecken. Die Situation im Kraftwerksbereich erfordert daher ebenfalls rasches politisches Handeln. Unsere Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch."

Müller machte darüber hinaus deutlich, was die Energiebranche in diesem Jahr von der neuen Bundesregierung und der EU erwartet: "Kosteneffizienz muss nicht nur bei der Förderung der Erneuerbaren Energien, sondern auch bei der Minderung der CO2-Emissionen das zentrale politische Ziel für 2014 sein. Dies gilt gleichermaßen für Deutschland und die EU. Die Kosten für die Vermeidung von Kohlendioxidemissionen dürfen nicht weiterhin vor allem den Stromkunden aufgebürdet werden. Wenn wir die CO2-Emissionen deutlich reduzieren wollen, dann müssen Berlin und Brüssel vor allem den Wärmemarkt und den Verkehrsbereich im Blick haben. Die damit verbundenen Chancen zum Beispiel des Energieträgers Erdgas sollten endlich von der Politik genutzt werden."

Anlagen und Materialen

Entwicklungen in der deutschen Strom- und Gaswirtschaft 2013 (PDF)
Bruttostromerzeugung in Deutschland von 1990 bis 2013 (PDF)
BDEW Hintergrundinformationen Stromaustausch mit dem Ausland (PDF)




(Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW))


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erneuerbare Energien | Energiepolitik | international

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