Experten diskutieren die Marktentwicklung in Deutschland

08.02.14  09:00 | Artikel: 961202 | News-Artikel (Red)

Experten diskutieren die Marktentwicklung in DeutschlandDie Energiepolitik, darin sind sich die Experten des „German PV Market Briefing“ von EuPD Research einig, wird zunehmend internationaler. Vorgaben für die nationale Energiepolitik kämen immer häufiger auch aus Brüssel, so der Tenor. Lösungen auf Ebene der Einzelstaaten seien nur bedingt möglich, um die drängensten Probleme der Branche zu lösen. Gerade die Europäische Union nehme immer mehr Einfluss auf die Umwelt- und Energiepolitik der Mitgliedsstaaten, wurde im Rahmen der Expertenrunde unterstrichen.

Auf Einladung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts EuPD Research treffen sich einmal im Jahr die Entscheider der Branche zum Austausch über den deutschen Photovoltaik-Markt. Gemeinsam diskutierten Analysten und Meinungsführer die aktuellen Marktdaten, die Erwartungen und Standpunkte in Bezug auf Änderungen des EEG, sowie die Chancen für die verschiedenen Marktteilnehmer in Deutschland.

Martin Ammon, Senior Analyst - EuPD Research
Traditionell präsentiert Martin Ammon,
Senior Analyst von EuPD Research die
Auswertung der aktuellen Zubauzahlen
und gibt einen Ausblick in Bezug auf
die weitere Entwicklung.
[Foto: EuPD Research]
Martin Ammon, Senior Analyst von EuPD Research, unterstrich in diesem Zusammenhang, dass gerade die kleineren Segmente im Bezug auf die Marktanteile aufholen. Das Segment der Kleinanlagen von unter 10 kW verzeichne damit den geringsten Rückgang, während das Segment der Anlagen von über einem MW um 73% rückläufig sei. Dieser Trend, so Ammon, werde sich auch im laufenden Jahr fortsetzen.

EuPD Research prognostiziert für das Jahr 2014 einen Zubau von 2,8 GW in Deutschland. Treibendes und stabiles Segment bleibt das Kleinanlagensegment unter 10 kWp. Die Experten rechnen sogar mit einem leichten Anstieg in diesem Segment. Damit stellen die privaten Anlagenbesitzer, trotz permanenter Interventionen durch die Politik, beständig das Rückgrat der deutschen Energiewende dar.

Als besonders vielversprechend bewerteten die Experten übereinstimmend den Bereich der Energiespeicher. So unterstrich Dr. Thomas Olbrecht, Leiter der Abteilung Marktforschung von EuPD Research, dass eine Mehrzahl der Endkunden dem Thema Energiespeicher positiv gegenüber eingestellt sei. Aufgrund der hohen Preise und des noch fehlenden Vertrauens in die Technologie wären die Käufer allerdings bislang noch zurückhaltend. Dem Installateur kommt demnach eine Schlüsselrolle als Marktmittler im deutschen PV-Markt zu.

Anita Priller, Umweltschutztechnikerin und Solarteurin von April Solar, fordert ergänzend, dass auch Architekten, Installateure und der Großhandel stärker in die Systemplanungen und in die Aufklärung der Endkunden einbezogen werden müssten. Ganzheitliche Energiesysteme und eine Ersparnis für den Endkunden stehen im Mittelpunkt. Auch Florian Abel, Mitglied der Geschäftsleitung der FR-Frankensolar GmbH, gab an, dass sich der Großhandel strategisch weiterentwickeln müsse. Händler müssten künftig weit mehr sein als reine Fach-Großhandel und ihre Produktpaletten erweitern.

In den Expertenrunde diskutierten außerdem: Alexander Gerlach, Senior Specialist im Bereich Global Market Intelligence, Hanwha Q CELLS GmbH; Markus A.W. Hoehner, Geschäftsführer & Gründer, EuPD Research; Dr. Holger Krawinkel, Mitglied der Geschäftsleitung, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. Berlin; Dr. Sabine Schulte-Beckhausen, Counsel | Rechtsanwältin, GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB; Cornelia Viertl, Referentin für Photovoltaik und tiefe Geothermie im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Die Expertenrunde war sich darin einig, dass die PV-Branche eine von denen ist, die im Rhythmus von sechs bis zwölf Monaten neue Geschäftsideen entwickelt und kurzfristig umsetzen kann - bis eben weitere Veränderungen aus der Politik diese wieder obsolet machen.

Zum Abschluss präsentierte Thomas Berg, Leiter Gründungszentrum "Neue Genossenschaften“, neue Geschäftsmodelle, etwa im Bereich der Direktvermarktung von Solarstrom.

Expertenpanel German PV Market Briefing (v.l.): Cornelia Viertl, Alexander Gerlach,
Daniela Schreiber (Moderatorin), Markus A.W. Hoehner, Sabine Schulte-Beckhausen
und Dr. Holger Krawinkel
[Foto: EuPD Research]


Hintergründe zum „German PV Market Briefing 2014“

Alle Informationen zum „German PV Market Briefing 2014“ finden Sie online. Ein Kurzpaper mit den wichtigsten Inhalten und exklusiven Interviews zum Thema wird im Nachgang der Veranstaltung aufbereitet. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Deutschen CleanTech Institut DCTI, der Joint Forces for Solar, der internationalen Speicherallianz IBESA, OTTI, SEMI, dem SolarCluster Baden Württemberg, SolarInput, SolarValley Mitteldeutschland und dem VDMA. Medienpartner sind Sonne Wind & Wärme, Sun & Wind Energy, Solarserver und dem Portal der Energieblogger.




(Autor: EuPD Research | Björn-Lars Kuhn)


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