Patient Deutschland - ein zynischer Kommentar über Berufspolitiker und Manager

25.03.14  12:30 | Artikel: 961323 | Proteus Statement

Patient Deutschland - ein zynischer Kommentar über Berufspolitiker und ManagerWas haben Top-Manager und Bundespolitiker gemeinsam?
Wenn sie Unsinn verzapfen bekommen beide meist eine hohe Belohnung in Form von Rente oder Abfindung.

Die Meinung über Politiker in diesem Lande ist ja nicht wirklich hoch (Allensbacher Berufsprestige-Skala 2013).

Bei unseren Volksvertretern scheint es die Devise zu sein, sich möglichst die eigenen Taschen zu füllen und mit Lügen und Täuschungen das Wahlvolk bei Laune zu halten. Es mag Ausnahmen geben, doch im allgemeinen ist es wohl recht einfach, einen Politiker der Lüge zu überführen, auch wenn er es rhetorisch sicherlich begründen kann.

Doch geht es noch um Deutschland, die Bürger und den Wohlstand in diesem Lande - geführt von Politikern, die nur ihrem Gewissen unterworfen sind?

Wohl eher nicht. Da haben die Verfasser unseres Grundgesetzes wohl noch naiv an das Gute im Menschen geglaubt. Heute dürfen Politiker Milliarden verheizen mit Null Ahnung im Hirn. Jeder Friseur, der einen Laden aufmachen will, benötigt einen Meisterbrief und muss so wenigstens eine rudimentäre Qualifikation nachweisen. Bei unseren Volksvertretern gilt das nicht. Eine gefährliche Kombination, wenn solche Blender dann auch noch das Geld anderer Leute ausgeben dürfen.

Ganz krass sind dann die politischen Reden. Minister Gabriel mahnt z.B. die Gewerkschaften, sich mit ihren Forderungen zu mäßigen. 3,5 Prozent sind ja schon fast unverschämt. Sprach es, drehte sich um und stimmte der eigenen Diätenerhöhung um 10 Prozent freudig lächelnd zu.

Wenn es dann bei Politikern trotzdem knapp wird im eigenen Geldbeutel, so gibt es immer noch die Möglichkeit, die eigenen Verwandten z.B. als Kaffeeholer anzustellen. Gut, dass Kaffeeholer mit 37 Stunden die Woche und 50.000 pro Jahr nicht über Mindestlohn nachdenken müssen.

Auf der anderen Seite stehen die Top-Manager unserer DAX-Unternehmen und der Großkonzerne. Die sind leider in der Berufsprestige-Skala gar nicht enthalten. Aber seit der Diskussion über das maßlose Abzocken - vor allem bei Erfolgslosigkeit - dieser Personengruppe, stehen diese auch nicht wirklich hoch im Kurs, vor allem, weil diese in punkto Dreistigkeit kaum zu überbieten sind.

Ein jedes Unternehmen, dass dauerhaft externe Finanzhilfen braucht, ist de facto pleite. Das gilt für den kleinen Selbstständigen, wie für den mittelständischen Unternehmer. Spätestens wenn Steuerberater und Banken ein Gespräch wünschen, wird es eng.

Großunternehmen handhaben das ein wenig anders. Hier geht es nicht zum Insolvenzgericht sondern zum Bundeskanzleramt. Ob Saumagenfresser, Zigarrenbruder oder Ossitante - hier schlagen unsere Top-Manager auf und erklären unverblümt, dass es mehrere Tausend Arbeitslose mehr gibt, wenn denn die Deutschland AG nicht hilft (inkl. der eigenen Gehaltserhöhung versteht sich). Da war doch auch mal was mit Holzmann und Opel, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe...

In Fachkreisen gibt es dafür sogar eine einfache und unspektakuläre Beschreibung: Nötigung und Erpressung. Und genau das hat bei unseren Politikern in den letzten Jahren hervorragend funktioniert.

So rotten sich jetzt beispielsweise die Spitzen der SPD zusammen und wollen die Kosten der Energiewende nur den Bürgern aufbürden. Die Freunde aus der Industrie sollen gefälligst davon ausgenommen sein.

Standort Deutschland, Deindustrialisierung, internationaler Wettbewerb, Dividendenhöhe und so. Klar, muss man verstehen.

Und die großen Stromversorger und die Kohleindustrie mischen kräftig mit. Wieviel Jahrzehnte Knast sitzen da eigentlich manchmal zusammen?

Aber wenn ein Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, dann ist eben Ende der Fahnenstange. Tür zu und Insolvenzverwalter anrufen.

Damit aber die eigene finanzielle Unabhängigkeit funktioniert, muss unser braver Berufspolitiker sich natürlich erpressen lassen. Vermutlich sogar mit Freude, da ja auch nach dem anstrengenden Bundesamt ein Vorstandsposten winkt. Bürgerinitiativen und Demos bringen da eher wenig. Was können die denn erreichen? Es ist eine reine Meinungsäußerung und die interessiert in diesem Lande niemanden.

Es läuft was schief in unserem Lande. Aber was kann man von der Politik erwarten, wenn die Leute schon im kommunalen Bereich die erste Prüfung im Lügen und Betrügen ablegen müssen?

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

Dieser Amtseid (Art. 56 GG) ist von jedem Bundesminister bei Dienstantritt zu leisten. Der Amtseid hat jedoch laut Aussage des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse keinerlei rechtliche Bedeutung. Gegen Verletzungen des Amtseides kann nicht juristisch vorgegangen werden. (Quelle) Verbrecher schützen sich somit selbst.

Würde es heute noch das Ehrgefühl gegenüber Deutschland und den eigenen Entgleisungen geben, so wäre ich der erste, der jedem Politiker im Bundestag eine Waffe mit einer einzigen Patrone anbieten würde. Im Gegenzug gibt es dafür eine Marmortafel vor dem Reichstag auf der die Namen stehen.

Unter dem Schriftzug "Gefallen für Deutschland".
Ich würde meinen Respekt zollen.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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