Wer das Klima ruiniert, soll zahlen - finden nicht nur die Deutschen

03.04.14  13:30 | Artikel: 961371 | News-Artikel (e)

Wer das Klima ruiniert, soll zahlen - finden nicht nur die DeutschenWährend die globale Politik streitet, wer die Kosten des Klimawandels tragen soll, sind die Bürgerinnen und Bürger schon weiter:

Ein Großteil der Deutschen, Chinesen und Amerikaner findet es nur gerecht, wenn hier das Verursacherprinzip gilt. Auch zu manch anderen Fragen der Klimapolitik sind die Ergebnisse in allen drei Ländern bemerkenswert ähnlich, ergab eine Studie der Universität Kassel und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI.

Im Grundsatz ist sich die internationale Staatengemeinschaft einig: Der menschengemachte Klimawandel muss durch Senkung der Treibhausgasemissionen begrenzt werden. Doch die Klimaverhandlungen stocken: Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer, Nord und Süd, Ost und West streiten, wer die Kosten für diese Klimaschutzmaßnahmen trägt.

Nur ein Fünftel der Deutschen fühlt sich gut über internationale Klimapolitik informiert; und lediglich 11 Prozent denken, dass ihre eigene Position gut bei internationalen Klimaverhandlungen vertreten wird. In China und den USA liegt der Anteil etwas höher. Etwa zwei Drittel der Deutschen glauben, dass die Zusagen, die auf internationalen Klimaverhandlungen getroffen werden, nicht eingehalten werden und Klimaverhandlungen lediglich dazu dienen, die Bürgerinnen und Bürger zu beruhigen. In China und den USA ist der Anteil der Skeptiker nicht ganz so hoch.

„Die Deutschen bemessen dem Klimawandel traditionell eine vergleichsweise hohe Bedeutung bei - der mangelnde Fortschritt in der internationalen Klimapolitik in den letzten Jahren wird daher in Deutschland besonders kritisch beurteilt“, erklärt Prof. Dr. Joachim Schleich vom Fraunhofer ISI dieses Ergebnis.

Die Studie „Citizens’ perceptions of justice in international climate policy - empirical insights from China, Germany and the US“ ist Teil des Projekts „Die Bedeutung freiwilliger Beiträge und von Fairnesspräferenzen für den Erfolg internationaler Klimapolitik“ (VolFair), das von der Universität Kassel geleitet wird.

Die Forscherteams aus Karlsruhe und Kassel arbeiten dabei mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim, der Universität Hamburg und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich zusammen. VolFair wird im Rahmen des Förderprogramms „Ökonomie des Klimawandels“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert.

Die Studie kann unter www.isi.fraunhofer.de/... heruntergeladen werden.




(Quelle: Fraunhofer ISI)


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