DUH: Braunkohleverstromung: Milliardengewinne auf Kosten des Klimas

17.04.14  09:00 | Artikel: 961424 | News-Artikel (e)

DUH: Braunkohleverstromung: Milliardengewinne auf Kosten des Klimas Deutsche Umwelthilfe berechnet: RWE und Vattenfall erwirtschaften 2013 mit Braunkohlestrom knapp zwei Milliarden Euro

Hohe Rentabilität von Braunkohlekraftwerken verhindert echtes Umdenken beim Klimaschutz

Das Geschäft mit der Braunkohle boomt: Im Jahr 2013 erzielten die Energieversorger RWE und Vattenfall mit Braunkohlestrom einen Gewinn von jeweils rund einer Milliarde Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) in einer Berechnung auf Grundlage der aktuellen Geschäftsberichte der beiden Unternehmen. Grund für den Gewinn sind insbesondere der darniederliegende Emissionshandel sowie Vergünstigungen für die Braunkohle etwa bei der EEG-Umlage. Die DUH fordert deshalb von der Bundesregierung, sich endlich für einen wirksamen Emissionshandel auf europäischer Ebene einzusetzen, der eine CO2-ärmere Energieerzeugung attraktiver macht.

Die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der Braunkohle, wie sie kürzlich von den Ministerpräsidenten aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in einem Brief an Angela Merkel geäußert worden war, sind trotz der bisher angekündigten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) überflüssig, ist sich Philipp Litz, Projektmanager Energie und Klimaschutz der DUH sicher: "Die Erzeugungskosten für Braunkohlestrom liegen derzeit bei etwa 2 Cent/kWh. Durch die neue Regelung würden die Erzeugungskosten für Vattenfall lediglich um 0,2 Cent/kWh steigen. Die Erzeugungskosten von Steinkohle- und Gaskraftwerken liegen jedoch mit drei bis fünf Cent deutlich darüber. Auf die erzeugte Menge Braunkohlestrom hat dies somit keinen Einfluss."

Erhebliche Gewinneinbußen wird Vattenfall in 2014 deshalb nicht hinnehmen müssen: "Zwar geht Vattenfall für das laufende Jahr von einem Rückgang bei den Stromverkaufspreisen aus. Bleibt es jedoch bei der hohen Auslastung der Braunkohlekraftwerke, dürfte der auf Kosten des Klimas erwirtschaftete Gewinn auch in 2014 bei 800 bis 900 Millionen Euro liegen - trotz EEG-Umlage für den Vattenfall-Tagebau", so Litz weiter.

Die Stromerzeugung aus Braunkohle war in 2013 mit insgesamt 162 TWh auf den höchsten Stand seit 1990 geklettert - mehr als ein Viertel des deutschen Stromverbrauchs stammt somit aus der Braunkohle. Aufgrund des hohen CO2-Gehalts sowie der verhältnismäßig niedrigen Wirkungsgrade der meisten Kraftwerke gehört die Stromerzeugung aus Braunkohle zu den klimaschädlichsten Formen der Energiegewinnung.

Die Analyse der DUH zu den Gewinnen von RWE und Vattenfall aus der Braunkohleverstromung finden Sie unter HIER.




(Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.)


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