Spotmarkt: Weiterer Schritt zur Marktintegration erneuerbarer Energie

06.06.14  10:50 | Artikel: 961596 | News-Artikel (e)

Noch in 2014 wird es eine Nachmittagsauktion für deutsche 15-Minuten-Kontrakte geben, meldet die Europäische Strombörse nach einer Sitzung des Börsenrates am gestrigen Donnerstag. Bislang wurden Stundenkontrake gehandelt, welche zum Beispiel durch Sprünge der Netzfrequenz an der Stundengrenze zur Folge hatte. Auch wenn dieses Phänomen hauptsächlich in den lastschwachen Nachtstunden auftritt, sind kürzere Zeiteinheiten ein Schritt in die richtige Richtung.

In den Nachmittagsstunden wird es mit den 15-Minuten-Kontrakten nun möglich synchron mit den Verbrauchsprofilen zu planen und keine Umrechnung auf Stundenkontrakte vornehmen zu müssen. Eine positive Entwicklung für die Netzstabilität.

„Die PCR-Märkte decken mittlerweile Länder ab, die für rund 75 Prozent des europäischen Stromverbrauchs stehen. PCR ist die eine Lösung, sie alle zu koppeln – und sie ist konform mit den zukünftigen Netzkodices für Kapazitätszuteilung und Engpassmanagement“, sagt Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandsvorsitzender der EPEX SPOT. „Wir sind näher denn je an der Vollendung des EU-Energiebinnenmarkts.“

Die Netzkodizes sind verbindliche europäische Regulierung und sollen bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Die zweite Sitzung des Börsenrats der EPEX SPOT im laufenden Jahr fand am 4. Juni 2014 in Leipzig statt und wurde von Peter Heydecker, Head of Origination Gas & Power bei Vitol, geleitet.

Der Börsenrat der EPEX SPOT ist ein offizielles Börsenorgan. Die 16 Mitglieder und sieben permanenten Gäste bilden die Vielfalt der Wirtschaftskreise und Unternehmensprofile unter den Börsenmitgliedern angemessen ab: Sie umfassen Produzenten, Stromhandelsunternehmen, Übertragungsnetzbetreiber, Regionalversorger und Finanzdienstleister sowie gewerbliche Verbraucher und Vertreter der Wissenschaft. Die Aufgaben des Börsenrats umfassen insbesondere die Verabschiedung der Börsenordnung und des Verhaltenskodex von EPEX SPOT sowie dessen Änderung. Der Börsenrat gibt seine Zustimmung zu neuen Handelssystemen, Kontrakten und Marktgebieten. Überdies genehmigt er die Ernennung des Leiters der Handelsüberwachungsstelle. Der Börsenrat trifft sich vierteljährlich.

Die Europäische Strombörse EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. EPEX SPOT ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und Niederlassungen in Leipzig, Bern und Wien. Im Jahr 2013 wurden 346 TWh auf den Märkten der EPEX SPOT gehandelt.






(Quelle: EPEX SPot)


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