Demand Site Management und Stromhandel

27.06.14  11:09 | Artikel: 961666 | News-Artikel (Red)

Demand Site Management und StromhandelBeim Technologietag im ABB Forschungszentrum zu Industrie 4.0 war auch Demand Site Management eines der Agendapunkte. Die ABB hat die E.ON Smart-Grid-Leitwarte im schwedischen Malmö installiert, welche vor einigen Tagen den Testbetrieb aufgenommen hat. Dort wird auch Demand Site Management (DSM) verprobt auf Basis von Wärmepumpen, war im Vortrag zu hören.

In Deutschland ist Demand Responds/Demand Site Management nach der Smart-Grid Roadmap des BDEW vom letzten Jahr erst für 2017 geplant. Vielleicht erst so spät, da wir bereits heute in Teilen DSM haben, vielleicht aber auch, weil es der Markt schlicht nicht hergibt.

Generell muss im Stromnetz zu jedem Zeitpunkt immer soviel eingespeist werden, wie im selben Moment entnommen wird. Schwankt die Verfügbarkeit von Erzeugungskapazitäten zum Beispiel bei einem Gewitter durch Kraftwerksausfälle, so müssen entweder andere Erzeuger zeitgleich einspringen, oder der Verbrauch reduziert werden. Unter Demand Side Management versteht man das Managen der Verbrauchsseite. Beim Vortrag der ABB wurden die Erzeuger in Aggregationen zu einem virtuellen Kraftwerk gebündelt, die direkt mit einer Anzahl von Stromabnehmern in Verbindung stehen:

Unter den Begriff Demand Side Management (DSM) versteht man das aktive Schalten von Lasten auf vertraglicher Basis zwischen dem Verbraucher und dem Betreiber des virtuellen Kraftwerks oder direkt mit dem Netzbetreiber.


Tatsächliches Demand-Side-Management können nur die Verteilnetzbetreiber erbringen. Diese haben die Möglichkeit per Rundsteuersignal zum Beispiel die Wärmepumpen an- und abzuschalten. Nur dort findet eine Leistungsmessung über ganze Ortschaften (Netzsegmente) statt und lassen sich die Anforderungen der Stromkunden analysieren. Durch das Unbundling der Netze von der Erzeugung und dem Vertrieb, haben die Netzbetreiber jedoch keine Möglichkeit ein preisliches Signal an die Verbraucher zu schicken.

Ganz anders sieht das Bild bei den Sondertarifkunden aus, also Kunden mit einem so hohen Stromverbrauch, dass sie nicht über Standardlastprofile eingedeckt werden. Zumeist Industriekunden können bereits heute sehr gezielte Stromlieferverträge verhandeln, bei denen es auch entsprechende Boni für Flexibilität gibt.




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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