Koalition will schnelles Internet

03.07.14  08:30 | Artikel: 961687 | News-Artikel (e)

Koalition will schnelles Internet„Schnelles Internet für alle“ fordern die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD in einem Antrag (18/1973), der am Donnerstag erstmals im Bundestag beraten wird.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Bundesregierung den Breitbandausbau in Deutschland im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel „konsequent“ vorantreiben, um bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s zu erreichen. Darüber hinaus soll sie eine dynamische Entwicklung verfügbarer Bandbreiten ermöglichen, die den zunehmenden Bedarf berücksichtigt und eine digitale Spaltung zwischen Ballungszentren und ländlichen Räumen vermeidet. In diesem Sinne soll die Breitbandstrategie des Bundes umfassend weiterentwickelt werden, um den Ausbau einer hochleistungsfähigen Glasfaserinfrastruktur sowie eines modernen Mobilfunknetzes in Kombination mit anderen Technologien zu unterstützen.

Weiter soll die Regierung für eine informations- und investitionsfreundliche Regulierung der Telekommunikationsmärkte sorgen, bei der Impulse für zusätzliche Investitionen gesetzt und Planungssicherheit geschaffen und eine starke deutsche und europäische Telekommunikations- und IT-Industrie sichergestellt wird.

Die Abgeordneten fordern die Bundesregierung auf, bis zum Ende des dritten Quartals 2014 im Einvernehmen mit den Ländern einen nationalen Konsens zum Breitbandausbau anzustreben, insbesondere zur abgestimmten Ausgestaltung von Förderprogrammen und zur weiteren Frequenzplanung sowie mit den Ländern einen nationalen Konsens für eine zukunftsgerichtete terrestrische Fernsehversorgung mit dem Standard DVB-T2 und die Nutzung freiwerdender Frequenzen für die zusätzliche Versorgung mit leistungsfähigen mobilen Breitbandzugängen zu erarbeiten.

Die Regierung soll zudem bei ihrer weiteren Finanzplanung berücksichtigen, dass Fördermittel die Erreichung der Ausbauziele bis 2018 unterstützen. Sie soll außerdem schnell einen Gesetzentwurf vorlegen, in dem die Haftungsregelungen von WLAN-Betreibern klargestellt werden, um Rechtssicherheit zu schaffen. Schließlich fordern die Abgeordneten unter anderem weiter, die Kommunen bei ihren Bemühungen zum Breitbandausbau zu unterstützen.

Damit Deutschland auch in Zukunft ein modernes Land bleibt, braucht es eine moderne Funk- und Festnetzbasierte Breitbandinfrastruktur, schreiben die Abgeordneten zur Begründung. Denn ebenso wie die Versorgungssicherheit bei Strom und Gas oder bei der Verkehrsinfrastruktur sei der Zugang zu einer breitbandigen Netzinfrastruktur für Verbraucher und Wirtschaft mittlerweile zu einem Schlüsselfaktor geworden. Es handele sich beim Zugang zur digitalen Welt um grundlegende Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe am öffentlichen und wirtschaftlichen Leben und der Innovationsgerechtigkeit, schreiben die Fraktionen.


Kommentar der Redaktion:
Es ist ja schön, wenn die Fraktionen das schnelle Internet für alle Fordern. Ein Minimum von 50 Mbit/s klingt auch medientechnisch sehr gut. Schaut man jedoch den Antrag genauer an, so stellt man schnell fest, dass beim flächendeckenden Ausbau - gerade auch in ländlichen Regionen - die Geschwindigkeit nur noch mit 2 Mbit/s gefordert wird; und auch das wird in einigen Regionen in Deutschland schwer.

Weil sich der Ausbau für Telekom und Co nicht rentiert, werden eben nur Ballungsgebiete berücksichtigt und die Prozentangaben basieren auf Einwohnerzahlen, nicht auf Flächeneinheiten. So wird das ganze wieder mal darauf hinauslaufen, dass es sich für die TK-Anbieter nicht rentiert und die Gelder von der Regierung einfordert, die allerdings kaum das Geld dafür hat. Also warum dann dieser Antrag?


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(Quelle: Deutscher Bundestag | BLK)


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