Leserbrief eines mündigen Strombürgers

17.07.14  09:00 | Artikel: 961740 | News-Artikel (Red)

Leserbrief eines mündigen StrombürgersWer sich mit den Angeboten für Strom beschäftigt, der wird schnell feststellen, dass die Konzerne den Endverbrauchern erstaunlich wenig Individualisierungsmöglichkeiten bieten. Abgesehen vom Preis gibt es in der Regel fast keine Punkte, die beeinflusst werden können. Der Verbraucher wird von den Konzernen daher kaum als mündiger Partner behandelt, sondern eher als Anschlusspunkt gesehen, der das nehmen muss, was angeboten wird. In Zeiten, in denen Kunden zum Beispiel Nahrungsmittel nach Bio-Standards auswählen können, sollten auch im Bereich Strom mehr Entscheidungskriterien zur Verfügung stehen.

Mehr als nur über den Preis entscheiden

Grundsätzlich muss man festhalten, dass viele Verbraucher sich relativ wenig Gedanken über den Strom abseits der Preise machen. Die Tatsache, dass man sein Produkt aber nur anhand dessen differenzieren kann, würde jedoch praktisch nirgendwo anders auf gleiche Weise akzeptiert werden. Dabei sind durchaus Möglichkeiten vorhanden, mit denen man den Kunden mehr Entscheidungsmöglichkeiten bieten kann.

So besteht zum Beispiel durchaus Skepsis bei einigen Stromverbrauchern über die starke Nutzung von Solarenergie in Deutschland. Trotzdem haben diese Personen jedoch keine Möglichkeit diese Art des Stromes nicht zu nutzen und stattdessen eine alternative Form zu wählen. Dabei wäre es sicher auch interessant, wenn Preise nach Verfügbarkeit variabel angepasst würden. Aktuell ist der Preis für Strom grundsätzlich identisch, unabhängig davon, ob er am Ende über Wind, Sonne, Wasser, Kohle, Gas oder in einem Atomkraftwerk erzeugt wurde. Eine individuelle Preisgestaltung würde hier sicherlich für große Veränderungen in der Nachfrage nach der jeweiligen Erzeugungsart sorgen.

Fazit
Den mündigen Stromkunden gibt es aktuell nicht. Trotzdem wären einige Möglichkeiten vorhanden, um den Endverbrauchern mehr Einfluss auf ihren Strom zu geben. Wichtig ist aber auch, dass diese sich dafür aktiv einsetzen. Die Tatsache, dass ein Verbraucher heute primär nur den Preis und den Anbieter beeinflussen kann, hat einen Grund. Viele Kunden sind damit durchaus schon zufrieden. Der mündige Stromkunde benötigt also nicht nur mehr Möglichkeiten, er muss sie aktiv fordern und am Ende tatsächlich nutzen.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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