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Zukunftsfähige Stromnetze fangen mit zukunftsfähigem Handel an

14.08.14  11:00 | Artikel: 961821 | News-Artikel (Red)

Zukunftsfähige Stromnetze fangen mit zukunftsfähigem Handel anAlt, marode - zu sehr auf Profit ausgelegter Netzbetrieb anstelle in die Modernisierung zu investieren.

Warum Geld ausgeben, wo man lediglich Spedition ist und nicht Erzeuger oder Händler. Finanzielle Mittel, die von privatwirtschaftlichen Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht nicht kommen, werden nun von Steuergeldern als Forschungsinitiative getarnt in die offenen Hände verteilt.

Die gemeinsame Initiative der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie Bildung und Forschung erfolgt im Rahmen des sechsten Energieforschungsprogramms der Bundesregierung und verfügt über ein Fördervolumen von rund 150 Millionen Euro. Im Fokus des Programms steht die Erforschung und Erprobung von Materialien, Konzepten und Technologien, die für ein modernes Stromnetz benötigt werden, das zu jeder Zeit die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch hält.
(Quelle: Rebecca Raspe – energiezukunft.eu)

Elektrische Energie muss im Stromnetz immer soviel eingespeist werden, wie zum gleichen Zeitpunkt entnommen wird. Dafür zu sorgen, dass dies funktioniert ist Aufgabe des Stromhandels – und nicht der Physik – vielleicht sollte man ein paar Euro lieber in die Wirtschaftsforschung stecken.

Nicht falsch verstehen! Wir brauchen mehr Markt(wirtschaft), nicht erst handel ab 1 MWh, sondern Terminmarkt ab einer 1 Ws. Nicht 15 Minuten Takt, sondern sekundenscharfe Fakturierung. Nicht Preisgarantien über 12 Monate, sondern flexible Tarife für alle – mit einem Rückfall auf einen Grundversorgungstarif.

Nur weil jede Innovation im kaufmännischen Bereich sofort mit der Planwirtschaftskeule im Keim erstickt werden, soll die Technik lösen, wo an anderer Stelle versagt wird. Technik erfindet Airbags – kann aber keine Tempolimits an Unfallschwerpunkten setzen.

Der Bundesbericht Energieforschung 2014 ist eine großes Plazebo auf Steuerkosten, da Lobbyeinflüsse einen viel stärkeren Hebel haben, als 150 Millionen Euro. Lieber etwas rumdoktorn in den Forschungseinrichtungen des Landes, als sich mit Interessensvertretern auseinanderzusetzen.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Netze

Schlagworte:

Stromnetze (33) | Handel (24) | Netzbetrieb (8) | Modernisierung (4) | Kapazitätsmärkte (13) | Versorgungssicherheit (50)