Schlagzeile des BEE ist reine Euphorie

11.09.14  10:10 | Artikel: 961911 | News-Artikel (Red)

Schlagzeile des BEE ist reine Euphorie«Sinkende EEG-Umlage gute Nachricht für Stromkunden» lautet die Überschrift der aktuellen Pressemitteilung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

Laut Berechnungen des Verbandes soll die EEG-Umlage ab 1. Januar 2015 auf 6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) sinken. Kein Grund für ausufernde Freude.

Sicherlich ist eine Senkung der EEG-Umlage eine gute Sache. Aktuell bezahlen Stromkunden einen Betrag von 6,24 Cent für jede verbrauchte Kilowattstunde. Doch die berechnete Minderung der Umlage macht gerade einmal 0,0024 € aus. Daraus ergeben sich für Haushalte folgende Einsparungen:

HaushaltsgrößeJahresverbrauchMinderbetrag pro JahrMinderbetrag pro Monat
Single2.000 kWh4,80 €0,40 €
2-Personen3.500 kWh8,40 €0,70 €
3-Personen4.250 kWh10,20 €0,85 €
4-Personen5.000 kWh12,00 €1,00 €


Ein Singlehaushalt spart sich somit rechnerisch 40 Cent pro Monat;
Ein 4-Personen-Haushalt kommt immerhin auf einen ganzen Euro.

Ob das jetzt so wirklich eine gute Nachricht ist, darf zu Recht bezweifelt werden. Auf den Strompreis für Haushaltskunden wird das keine Auswirkungen haben und vermutlich wird der Stromanbieter den Kunden noch nicht einmal über die gesunkene EEG-Umlage informieren.

Ganz im Gegenteil, so mancher Stromversorger wird Anfang 2015 wieder die Preise erhöhen. Dann müssen die Marketingabteilungen wieder kreative Lügen erfinden, warum die gesunkenen Börsenstrompreise den Strom für Endkunden verteuern.

Herr Uphoff! Es scheint, dass Sie sich auch an Marginalien erfreuen können. Aber ein Sparpotential von einem Euro pro Monat ist jetzt nicht unbedingt die "gute Nachricht für Stromkunden"




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Energiepolitik | EEG

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