Agora-Studie: Energiewende muss nicht auf Stromspeicher warten

16.09.14  08:30 | Artikel: 961915 | News-Artikel (e)

Agora-Studie: Energiewende muss nicht auf Stromspeicher wartenIm Stromsektor werden neue Speicher erst bei einem sehr hohen Anteil von Erneuerbaren Energien gebraucht. Ihre Verbreitung wird aber unter anderem von Elektroautos vorangetrieben werden.

Der in Deutschland geplante Ausbau von Wind- und Solaranlagen ist in den kommenden 20 Jahren nicht auf neue Stromspeicher angewiesen. Die zum Ausgleich der wetterabhängigen Stromproduktion benötigte Flexibilität im Stromsystem kann weitaus günstiger bereitgestellt werden: zum Beispiel durch eine flexible Fahrweise von fossilen Kraftwerken, durch aktives Lastmanagement bei industriellen Stromverbrauchern sowie durch Stromhandel mit Nachbarstaaten.

Allerdings werden sich Speichertechnologien in anderen Sektoren - vor allem bei Verkehr und in der chemischen Industrie - voraussichtlich schon recht bald stark verbreiten. Davon kann das Stromsystem profitieren, weil beispielsweise Batterien in Elektroautos als Zusatznutzen dem Stromsektor kostengünstig Flexibilität bereitstellen können. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Stromspeicher in der Energiewende", die von vier renommierten Forschungsinstituten im Auftrag von Agora Energiewende erstellt wurde.

"Noch sind neue Stromspeicher teuer. Das kann sich aber auch schnell ändern. Speicher müssen deswegen schon jetzt gleichberechtigten Zugang zu den Märkten erhalten. Das gilt zum einen bei Märkten für Flexibilität, wie dem Regelleistungsmarkt oder einem zukünftigen Kapazitätsmarkt. Dies gilt aber auch im Verteilnetz, wo Speicher ein Element im Baukasten der Netzbetreiber sein können", betont Graichen.

Die Studie wurde von einem Konsortium des FENES (OTH Regensburg), IAEW (RWTH Aachen), ef.Ruhr (TU Dortmund) und ISEA (RWTH Aachen) im Auftrag von Agora Energiewende erstellt. Sie steht ab sofort zum Download zur Verfügung.




(Quelle: Agora Energiewende)


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