EUROSOLAR: Agora-Untersuchung keine Antwort aus aktuelle Speicherfrage

19.09.14  11:00 | Artikel: 961928 | News-Artikel (e)

EUROSOLAR: Agora-Untersuchung keine Antwort aus aktuelle SpeicherfrageEUROSOLAR: Agora-Untersuchung basiert auf umstrittenem Bedarfsplan und ist daher keine Antwort auf die aktuelle Frage, ob Speicher den überzogenen Übertragungsnetzausbau vermeiden können

Am 15.09.2014 wurde von Agora Energiewende, einer gemeinsamen Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation, eine Untersuchung mit dem Titel «Stromspeicher in der Energiewende» vorgelegt. Diese Untersuchung, zu deren "Unterstützerkreise" unter anderen auch der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH gehörte, kommt zu dem Ergebnis, dass "der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht auf Stromspeicher warten muss", dass aber Stromspeicher einen "gleichberechtigten Zugang zu Märkten der Flexibilität" und eine Berücksichtigung in regulatorischen Rahmen für Verteilnetze erfahren sollten.

Die Untersuchung nimmt dabei den massiven Übertragungsnetzausbau als gegeben hin und untersucht nicht die aktuelle Frage, ob die schnelle Markteinführung bereits bestehender Speichertechnologien einen großen Teil des umstrittenen Übertragungsnetzausbaus überflüssig machen würde.

Eine offensive Strategie zur raschen Einbindung von dezentralen Stromspeichern (Redox-Flow, Power-to-X), insbesondere auf der Verteilnetzebene (also regionale Netzbetreiber, z.B. Stadtwerke), würde den überzogenen und teuren Netzausbau mit all seinen inneren Widersprüchen und Fragwürdigkeiten ("Braunkohle-HGÜ", "Windstromfreies NRW") überflüssig machen - auch in der Argumentation derer, die nach wie vor behaupten (oder auch wirklich glauben), der Übertragungsnetzausbau sei wegen der Energiewende notwendig.

Eine offensive Nutzung von Stromspeichersystemen in Deutschland wird auch deren industrielle Produktion in Deutschland voranbringen und dadurch die Preise für diese Systeme senken, was wiederum den Export dieser Systeme stärken wird. Schließlich werden Stromspeicher gerade auch in Ländern gebraucht, die keine bereits so gut entwickelten Übergangs- und Verteilnetze haben wie Deutschland.

Wenn wir eine wirkliche Energiewende wollen, also eine zukünftige 100 %ige Versorgung aus Erneuerbaren Energien, dann brauchen wir Stromspeicher - so, wie ein vollständiges Haus ein Dach braucht. Dies wird auch von der Agora-Untersuchung bestätigt.

Stephan Grüger, MdL, Mitglied des Vorstands der deutschen Sektion von EUROSOLAR
Fabio Longo, Mitglied des Vorstands der deutschen Sektion von EUROSOLAR




(Quelle: EUROSOLAR e.V.)


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Speicher

Schlagworte:

Agora (22) | EUROSOLAR (10) | Untersuchung (6) | Speicherfrage | Übertragungsnetzausbau | Speichertechnologien (14) | Verteilnetzebene (2)