Stromnetz: Synchron per Marktdesign

22.11.14  10:30 | Artikel: 962095 | News-Artikel (Red)

Stromnetz: Synchron per Marktdesign
Basisbild: geralt
Eine der größten Herausforderungen eines zukünftigen Strommarktes ist es, die Marktentwicklung mit den physikalischen Gegebenheiten abzustimmen. Im Stromnetz muss immer soviel Strom eingespeist werden, wie zeitgleich entnommen wird. Jegliche Abweichungen zwischen Marktgeschehen (Angebot/Nachfrage) und physikalischem Stromfluss verursachen eine Verzerrung.

Diese Unstimmigkeit zwischen realer Welt und ökonomischer Abbildung führt zu Kosten die bislang verallgemeinert werden, da sie nicht den Verursachern zuzuordnen sind.

Ein Hybridstrommarkt adressiert diese Herausforderung, in dem es dem Stromverbraucher die Möglichkeit einräumt seinen Verbrauch mit der Erzeugung zu synchronisieren.

Hybridstrommarkt -Modell
Das Hybridstrommarkt-Design zeichnet sich dadurch aus, dass es dem Letztverbraucher die Möglichkeit gibt seinen Strombezug aus zwei verschiedenen Komponenten zusammenzubauen: Kapazitätsmiete und Leistungsabrechnung.

Für die erste Komponente mietet sich der Letztverbraucher auf Zeit bei einer Erzeugungsanlage ein. Im Gegenzug erhält der Stromkunde einen Anteil des erzeugten Stroms. Sämtliche Transport und Stromlogistikkosten sind im Mietpreis enthalten.

Einführung des Hybridstrommarktes
Am Tag 0 der Einführung beziehen die Letztverbraucher wie gewohnt ihren Strom, es ändert sich lediglich die Bezeichnung von Haushaltsstrom in Ausgleichenergie.

Sobald Angebote für die Miete vorhanden sind, verändert sich das Verhältnis zwischen Kapazität und Leistungsbezug. Ein Hybridstrommarkt kann daher zu jedem Zeitpunkt eingeführt werden.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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