Verbandspolitik treibt Stromkonzerne in den Ruin

14.01.15  10:25 | Artikel: 962266 | News-Artikel (Red)

Verbandspolitik treibt Stromkonzerne in den Ruin

“Dieses aktuelle Stimmungsbild ist ein deutlicher Weckruf an die Politik. 2015 muss wieder ein Jahr der Entscheidung für die Energiewende werden. Bund und Länder sind hier gleichermaßen gefordert. Die Koordination ist gerade in diesem Bereich weiter unzureichend. Daher muss in 2015 eine ganze Reihe von weiteren konkreten Gesetzen vorbereitet und verabschiedet werden.”, erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Der Bundesverband Deutscher Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) vertritt unter 1% der Stromerzeuger in Deutschland. Die “GDL” unter den Lobbyverbänden spricht davon, dass 39% (dieser weniger als 1%) der Stromerzeuger unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten leidet. Dabei sind die Probleme hausgemacht – oder in Verbandssprache ”Standardisiert”.

“Warum kommt das Smart-Grid Gedönz eigentlich bei dem Bürger nicht an?”

… fragte ein Bürger der Stadt Wiesloch auf dem Bürgerdialog ihm Rahmen der Klausurtage des Landesverbandes der Bündnis 90/Grünen einen der MdLs. Gute Frage?

RWE Smarthome preist die Zukunftswochen an. Die intelligente Steuerung im Haushalt verspricht mehr Komfort bei nachhaltigerem Energieverbrauch. Ein Elektromobil gibt es beim Zukunftsprojekt Energiezukunft der EON und meint “Energie wird intelligent”. Das zukunftsweisende Herzstück im schlauen zu Hause findet man bei EnBW. Sorry, aber auf was warten wir eigentlich? Was heute Zukunft ist, ist morgen bereits Vergangenheit.

Im Jahre 2010 war es bereits möglich, dass man den Energiefluss (nicht nur Strom) in einem Haushalt vollständig per intelligenter Funksteuerung steuert. Von Remote, Zeitgesteuert, mit maximalem Komfort. Automatische Anpassung an Wettervorhersage, Verfügbarkeit von Strom aus Wind und Sonne – angepasst an die Gesundheit des Stromnetzes.

Dank des aktiven Stillstandes beim Produkt “Strom” haben zwar die Kunden reichlich in Schnick-Schnack investiert, doch die BDEW-Mitglieder haben nur abgesahnt. Halten eines Status-Quos beim Strommarkt-Design, Stromhandel und der Energiewende im allgemeinen.

Es war die Verbandspolitik, die dafür sorgte, dass wir noch heute die Lastprofile des VDEW (Vorgänger des BDEW) verwenden, wenn der Otto “Normal” ist. Mehr Intelligenz würde nicht funktionieren, wird vom Verbraucher nicht akzeptiert…

Die Zukunftswochen oder das Zukunftsprojekt Energiezukunft werden keine Kunden finden? Vielleicht finden sie schlicht keinen EVU, der auf intelligente Kunden eingestellt ist.

Sorry lieber BDEW, aber als Minderheitenvertreter bei den Stromerzeugern, solltet ihr vielleicht langsam die Stimmen der Stromkunden einholen. Als Weckton empfehle ich den Hybridstrommarkt (demnächst auch als kostenloser Download im AppStore der Wetzels-Welt.de).



14.01.15: BDEW: Wirtschaftliche Situation der Stromversorger verschlechtert sich weiter
14.01.15: Strompreise & Subventionen - Rettet die Energieversorger & die deutsche Industrie (2)



Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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