Agora: Sonnenenergie wird in vielen Teilen der Welt günstigste Stromquelle

24.02.15  09:07 | Artikel: 962414 | News-Artikel (e)

Agora: Sonnenenergie wird in vielen Teilen der Welt günstigste StromquelleSolarenergieanlagen werden in wenigen Jahren in vielen Teilen der Welt den günstigsten Strom liefern. Bis 2025 werden sich die Erzeugungskosten in Mittel- und Südeuropa auf 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde verringern, bis 2050 sogar auf 2 bis 4 Cent.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme im Auftrag von Agora Energiewende

Bis 2025 wird Solarstrom in sonnigen Regionen der Welt billiger als Kohle- oder Gasstrom sein. Stabile regulatorische Bedingungen sind Voraussetzung für Erfolg

Solarenergieanlagen werden in wenigen Jahren in vielen Teilen der Welt den günstigsten Strom liefern. Bis 2025 werden sich die Erzeugungskosten in Mittel- und Südeuropa auf 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde verringern, bis 2050 sogar auf 2 bis 4 Cent. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme im Auftrag von Agora Energiewende. Zugrunde liegen konservative Annahmen zur technologischen Weiterentwicklung von Solaranlagen. Mögliche technologische Durchbrüche könnten den Strom noch günstiger machen, diese wurden jedoch nicht betrachtet.

Bereits heute ist Solarstrom kostengünstig: So ist in dem sonnigen Wüstenstaat Dubai (Dubai ist kein Wüstenstaat sondern ein Emirat im Staat Vereinigte Arabische Emirate, Anm. d. Red.) vor wenigen Wochen ein langfristiger Solar-Stromvertrag für 5 Cent pro Kilowattstunde abgeschlossen worden, in Deutschland können große Solarkraftwerke Strom für weniger als 9 Cent pro Kilowattstunde liefern. Zum Vergleich: Strom aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken kostet heute zwischen 5 bis 10 Cent pro Kilowattstunde, Strom aus neuen Atomkraftwerken bis zu 11 Cent.


Der Burj Khalifa im Emirat Dubai wird über Dieselgeneratoren versorgt. Ganz links im Bild ist ein hellbraunes Gebäude zu erkennen, das allerdings nur aus Außenmauern besteht. In der Mitte stehen mächtige Generatoren und Kühlanlagen. Solaranlagen kommen in den VAE erst nach und nach zum Zug.

„Die Studie zeigt, dass Solarenergie viel schneller billig geworden ist und auch weiterhin billiger wird, als die meisten Experten bislang prognostiziert haben“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Die Planungen für die künftigen Stromversorgungssysteme sollten daher weltweit überarbeitet werden. Bislang sehen sie meistens nur kleine Anteile von Solarstrom vor. Angesichts der äußerst günstigen Kosten wird Solarstrom gemeinsam mit der Windenergie jedoch weltweit eine prominente Rolle bekommen – auch und vor allem als kostengünstiger Beitrag für den internationalen Klimaschutz.“

Die Studie zeigt aber auch, dass die Stromgestehungskosten von Solarstrom aufgrund der Kapitalkostenintensität von Photovoltaik-Anlagen wesentlich von den finanziellen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen. Schlechte Regulierung und hohe Risikoaufschläge bei den Zinsen können die Kosten von Solaranlagen um bis zu 50 Prozent erhöhen.

Dieser Effekt ist so stark, dass er sogar die Vorteile höherer Sonneneinstrahlung überwiegen kann. Graichen: „Günstige Finanzierungsbedingungen und stabile gesetzliche Rahmenbedingungen sind daher unersetzbare Voraussetzungen dafür, günstigen und sauberen Strom aus Solaranlagen zu erhalten. Es liegt in der Hand der Politik, diese zu schaffen und zu erhalten.“


Studie - Februar 2015 - Current and Future Cost of Photovoltaics (PDF 3.94 MB)
Software-Tool - Februar 2015 - Calculator of Levelized Cost of Electricity for Photovoltaics (File 1.17 MB)


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(Quelle: Agora Energiewende)


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