Analyse: Ohne auf den Kunden zuzugehen findet auch die RWE keinen Ausweg aus der Krise

12.03.15  09:31 | Artikel: 962471 | News-Artikel (Red)

Analyse: Ohne auf den Kunden zuzugehen findet auch die RWE keinen Ausweg aus der Krise

Aufgrund des aktuellen Interesses unserer Kunden an unseren Produkten haben wir eine sehr hohe Anzahl an E-Mails zu verzeichnen. Daher bitten wir Sie um Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer E-Mail ein paar Tage dauert.
(Quelle: eMail RWE Tochter Süwag)


Es ist ein sehr eigenwilliges Theater, welches Vorstandschef Peter Terium bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes für 2014 der RWE AG vorführt. Da mag sich der Kapitalgeber kurzfristig über das Plus unter dem Strich freuen, existiert ansonsten einzig die Alternative des De-Invests bei einem roten Bärenmarkt mit Artenschutz.

Wer nicht flüchten kann, muss zusehen, wie zunehmend schlechte Noten für die Hausarbeiten eingefahren werden. Der einstige Musterschüler wird zum Problemkind mit Lernschwäche im Portfolio der kommunalen Träger. Am Ende zahlt die Staatskasse für fehlende Nachhaltigkeit in den goldenen Jahren.

  • Umsetzung von Effizienzsteigerungen schneller als erwartet
  • Haushaltsüberschuss ein Jahr früher erzielt
  • Wachstumsoptionen rücken in den Vordergrund
  • Erosion der Kraftwerksmargen setzt sich fort
  • Niedrigeres Ergebnis für 2015 erwartet

(Quelle: Pressemitteilung RWE AG)

Das Kerngeschäft der RWE AG war einst die Sicherheit, die den Kunden und Investoren suggeriert wurde. Eine Lastreduzierung, wie am Pfingstmontag 2014, lässt Zweifel aufkommen, ob Effizienzsteigerung der vergangenen Jahre nicht auf Kosten der Verlässlichkeit gegangen ist. Ein kapitaler Schaden, wenn man für ein hochpreisiges Produkt stehen möchte.

Für Deutschland dürfte das Bild ähnlich ausfallen. Das hohe Interesse an den Produkten des Unternehmens, welches den Anrufer beim Kundenservice auf Wartezeit einstimmt – oder bei Mails als automatische Rückantwort folgt – zeigt, dass hier Potential nach oben ist.

Schafft man überhaupt das Wirtschaftsgut an den Mann oder die Frau zu bringen? Fraglich, wenn ein Standardprozesse wie der MSB-Wechsel nach 4 Jahren noch nicht abgeschlossen werden kann (AZ12569/12 – Schlichtungsstelle Energie e.V.) . Die Folge sind Transaktionskosten, die an anderer Stelle wieder erwirtschaftet werden müssen. Schwächen eines Unternehmens, die Substanz verspielen.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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