Erste Photovoltaik-Freiflächenausschreibung von BNetzA eröffnet

19.03.15  10:02 | Artikel: 962492 | News-Artikel (e)

Erste Photovoltaik-Freiflächenausschreibung von BNetzA eröffnet
Cornelia Viertl
Referentin im BMWi
Bis zum 15. April können bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) die notwendigen Informationen abgerufen und Gebote von interessierten Investoren abgegeben werden.

Dass dies der erste und nicht ganz unkomplizierte Schritt in einem Systemwechsel hin zu einer möglichst weitgehenden Umstellung von Einspeisetarifen hin zu Ausschreibungen ab 2017 auch für andere Größenklassen, Anlagentypen und auch andere Erneuerbare Energieträger ist, erklärte Cornelia Viertl, zuständige Referentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nur einen Tag nach Verfahrenseröffnung bei der S³.Solar.Storage.Safety. Konferenz von EuPD Research und IBESA in Köln.

Im Rahmen der nun eröffneten Pilotphase will man erste Erfahrungen sammeln. Ziel ist, so Cornelia Viertel im Rahmen ihres Vortrages bei der S³-Fachkonferenz, die Kosten des Ausbaus der Erneuerbaren Energien zu reduzieren, dabei jedoch die Akteursvielfalt zu erhalten. Viele der anwesenden Teilnehmer bezweifeln jedoch aufgrund der vorgegebenen Voraussetzungen, die ein Investor mit der Abgabe eines Gebots erfüllen muss, dass zukünftig diese Vielfalt erhalten bleibt. So auch Daniel Quack-Scheffen, EuPD Research Consultant:

"Aus dem Auktionsverfahren ergeben sich zusätzliche direkte und indirekte Kosten, die kaum Anreiz für Investoren bieten, überhaupt in den Markt einzusteigen. Das Marktumfeld, so zeigen es die Erfahrungen der letzten Jahre, ist höchst schwierig einzuschätzen für Unternehmen." Quack-Scheffen weiter: "Das grundsätzliche Wettbewerbsrisiko in Kombination mit dem Risiko einer Fehleinschätzung der eigenen Kosten, dem Finanzierungsrisiko insgesamt und Risiken aufgrund der Auktionsbedingungen, all das wird zum selektiven Mechanismus im Auktionsverfahren und schließt Wettbewerber durch zu hohe Hürden von der Teilnahme aus."

Auch für PV-Dachanlagen sei perspektivisch geplant, sie in das Ausschreibungsmodell aufzunehmen, so Cornelia Viertel auf Nachfrage in der Diskussionsrunde der S³-Konferenz, aber noch sei nicht geklärt, wie und wo zum Beispiel auch die Bagatellgrenze liegen werde. Die von der EU als Rahmen gesetzte Grenze von 1 MW sei allerdings eher unwahrscheinlich. Die EU gebe zwar einen Rahmen vor, aber inwieweit das auch für Deutschland umgesetzt werde, das könne sie noch nicht sagen, denn es gebe eine Vielzahl von Ausnahmen bei der Ausschreibungspflicht.

Allerdings, so ergänzt sie abschließend, sei ein erhöhter Eigenverbrauch, wie er häufig postuliert werde, rein "volkswirtschaftlich kein Plus", da hier weder Steuern, noch Umlage gezahlt werde. Bis Herbst 2015 erwarte sie, dass auch für die anderen Erneuerbaren Energieträger Ausschreibungskonzepte entwickelt seien.


Zeit, die eigene Pilotphase fundiert auszuwerten, bleibt bei dem Zeitplan nicht.




(Quelle: EuPD Research)


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