Braunkohle: Lieber Arbeitsplätze als Klimaschutz

26.03.15  11:01 | Artikel: 962515 | News-Artikel (Red)

Braunkohle: Lieber Arbeitsplätze als KlimaschutzGehen einem die Argumente aus, so schwenkt man gerne mit der Arbeitsplatzfahne.

“…Strommarkt gefährdet Arbeitsplätze in der Lausitz…”


titulieren die Unternehmensverbände in Berlin-Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung. Es geht um das Eckpunktepapier des BMWi aus der letzten Woche, welches nicht unbedingt eine rosige Zukunft bei der Braunkohle vorsieht. Die Verbände sprechen gar von:

“…einseitigen Belastung des Energieträgers…”

Leider sprechen die Verbände nur für einen kleinen Teil der Mitgliedbeitrag zahlenden Unternehmen in Berlin-Brandenburg. Die Kleine Anzahl von 36.865 EE-Anlagenbetreiber wurde überhaupt nicht gefragt.

Mit 1161 kg Kohlendioxid je MWh und Nummer zwei im Ranking der fossilen Energieträger in Deutschland, passt Braunkohle nicht zu Nachhaltigkeit. Lieber den Strukturwandel planen, als die Arbeitsplatzfahne schwingen…

Als unmittelbare Folge müsste die Hälfte des Kraftwerksparks in der Lausitz sofort stillgelegt werden. „Das würde fatale Konsequenzen für die 8.000 direkt Beschäftigten in der Branche bedeuten. Ebenso würde tausenden indirekt Beschäftigten die Perspektive genommen. Das kann keine Option für die Lausitz sein“, fügte Amsinck hinzu. Die Braunkohle müsse ein wichtiger Baustein im Energiemix bleiben und sei für die Wirtschaftsstruktur der Region unverzichtbar.

Vorausschauende Empfehlungen für einen Strukturwandel, die es in jeder Branche gibt. Das Fräulein vom Amt hatte keine Lobby, die Schallplatten-Pressen auch nicht. Die Region Berlin-Brandenburg macht zwar keinen Flughafen, dafür aber einen gewaltigen Schritt in die Vergangenheit.

Der heutige Strommarkt wird überflutet mit Billigstrom aus der Lausitz, welcher zunehmend Kraftwerke in unmittelbarer Nähe zu den Ballungsgebieten in Bedrängnis bringt (s.h. Redispatch Karte). Die Stromnetze geben nicht genügend Kapazitäten, um diesen Strom über weite Strecken zu produzieren, denn in der Lausitz wird der Strom nicht benötigt. Es folgt eine Zwangsdrosselung der Kraftwerke oder der Stromverkauf zum Schnäpchenpreis nach Polen.

Die Unternehmensverbände in Berlin-Brandenburg sollten sich heute Gedanken machen, wie man die Infrastruktur (=Stromleitungen) in der Region bauen kann. Das sichert Arbeitsplätze über Jahre und hilft den Standortnachteil zu minimieren.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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