Franz Alt: Raus aus der Kohle!

30.03.15  09:15 | Artikel: 962536 | News-Artikel (Red)

Franz Alt: Raus aus der Kohle!
Franz Alt
Bild: sonnenseite.com
Das deutsche Wirtschaftswunder nach 1945 wäre ohne die Kohle nicht möglich gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kohlepolitik richtig. Aber jetzt 70 Jahre später in den Zeiten des Klimawandels?

Zwei Drittel der Bundesbürger lehnen neue Tagebaue ab. Fast jeder fünfte Bundesbürger fordert einen sofortigen Kohleausstieg. Auch das ist genau so richtig, zeitgemäß und notwendig. Denn Braunkohle und Steinkohle sind die Klimakiller Nr. eins. So wie die deutsche Umweltbewegung 2011 den endgültigen Atomausstieg gefordert und durchgesetzt hat, müssen wir jetzt als Bürgergesellschaft alle Kraft auf den Ausstieg aus der Kohle konzentrieren. Und ihn durchsetzen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woitke warnte mit dem Totschlagargument, dass „Zehntausende Arbeitsplätze verloren“ gehen könnten. Dass mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien weit mehr neue, saubere und zukunftsträchtige Arbeitsplätze entstehen, war dem Genossen keine Erwähnung wert.

Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich und weitere CDU-Ministerpräsidenten sowie der CDU-Wirtschaftsflügel kritisierten die neuen Gabriel-Pläne. Die CDU hat offenbar aus ihrem Desaster mit der verantwortungslosen Atompolitik in früheren Jahren nichts wirklich gelernt.

Gabriels neuer Ansatz, einen Einstieg zum Ausstieg aus der Kohlewirtschaft zu wagen, geht in die richtige Richtung. Aber mittelfristig muss der Kohleausstieg gesetzlich verankert werden wie der Atomausstieg verankert wurde. Angela Merkel war mal Klimakanzlerin. Sie sollte es wieder werden. Der G7-Gipfel im Juni in Deutschland wie auch der Klimagipfel im Dezember in Paris bieten dazu passende Möglichkeiten.




(Autor: Franz Alt)


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