OffTopic: Ver.di, Bsirske und die Macht

29.05.15  12:30 | Artikel: 962719 | News-Artikel (Red)

OffTopic: Ver.di, Bsirske und die Macht
Beim Spiel der Könige geht es ums Gewinnen.
Bauernopfer sind dabei einkalkuliert und die
Belange des Volkes speiel eigentlich keine
tragende Rolle mehr.
3Egal ob Deutsche Post, Amazon, Kitas, Wertdienstleistungsunternehmen oder das Berliner Staatsballett.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mischt überall mit. Doch geht es noch um die Interessen der Mitarbeiter oder nur noch um Profilierung der Chefs und schnödes Machtgehabe?

Gewerkschaften haben eine lange Tradition in Deutschland. Und rein vom Prinzip her haben diese Verbindungen durchaus ihre Berechtigung.

Doch in den letzten Jahren ist zunehmend eine Veränderung in den Verhandlungen spürbar: Die Fronten verhärten sich und es wird um Marginalien gekämpft, die dem einfachen Mitarbeiter im Betrieb wohl mehr oder weniger egal sind.

Das was ver.di in die Schlagzeilen bringt, war in den letzten Monaten auch im Tarifstreit mit den Eisenbahnern zu fühlen. Kampfansagen und Streiks ohne Ende. Letztendlich sind es die Kunden der Unternehmen, die Millionen drauflegen müssen - für kleine Egomanen. Und natürlich müssen die Gehälter steigen, damit die Abgaben für die Gewerkschaftskasse auch gesichert sind.

Wer Frank Bsirske für einen kleinen Gewerkschaftler hält, der irrt: er ist Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Deutsche Bank AG, des Energiekonzerns RWE AG, der Lufthansa AG und der Postbank, außerdem Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Und mit 175.000 EUR Jahresgehalt gehört er nicht zu den Armen der Nation.

Bereits vor Jahren berichtete der Focus darüber, dass ver.di eigene Angestellte eher rüde behandelt. Und auch Interessenkonflikte, wie im damaligen Streik bei der Lufthansa sieht der Gewerkschaftsboss eher gelassen. Was sind schon ein paar Millionen Verlust ...

Was für Unternehmer schon recht widersinnig ist, ist die 35-Stunden-Woche; eigentlich in vielen Branchen eine Teilzeitbeschäftigung ...

Dass es nicht mehr um den reinen Arbeitsbedingungen geht, zeigt ver.di jetzt im Kita-Tarifstreit. Hier setzt die Gewerkschaft die Mitarbeiter jetzt gezielt unter Druck und droht mit finanziellen Einbußen, sollten einzelne den Streik beenden.

Und setzen die betroffenen Unternehmen beispielsweise Beamte oder Mitarbeiter aus ausländischen Tochterunternehmen ein, wie es die Post in den letzten Tagen praktiziert hat, handeln sie sich eine Klage ein. Wenigstens die Gerichte erteilen ver.di eine Abfuhr.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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