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Klimaschutz und Kohlekraftwerke: Gewerkschaft und BDI wollen Verbraucher stärker zur Kasse bitten

22.06.15  07:45 | Artikel: 962799 | News-Artikel (e)

Klimaschutz und Kohlekraftwerke: Gewerkschaft und BDI wollen Verbraucher stärker zur Kasse bittenGreenpeace-Analyse zeigt Schwächen des Gegenvorschlags zum Klimabeitrag

Der Gegenvorschlag der Bergbaugewerkschaft IG BCE und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) zum Klimabeitrag von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) würde die Verbraucher deutlich teurer kommen. Zudem würde der Vorschlag weit weniger CO2 einsparen und Kraftwerke subventionieren, die auch ohne politische Regelung vom Netz gingen.

Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der unabhängigen Umweltorganisation Greenpeace. Das Modell einer Kapazitätsreserve soll Gabriels Vorschlag eines Klimabeitrags von alten Kohlekraftwerken ersetzen. Die Analyse weist zudem nach, dass IG BCE und BDI die Klimaabgabe künstlich teurer und ihren eigenen Gegenvorschlag billiger gerechnet haben. Auch bei der Kostenverteilung zeigen sich deutlich Unterschiede: Während Gabriels Kohleabgabe die Lasten vergleichsweise fair auf alle Stromkunden verteilt, bevorteilt der Alternativvorschlag einseitig die energieintensive Industrie. Zur Kassen gebeten werden hauptsächlich die privaten Stromkunden und der Mittelstand. "Angela Merkel will sich international als Klimakanzlerin feiern lassen und sorgt zuhause mit ihrem Schweigen im Kohlestreit dafür, dass sich das wirkungslose Modell der Großkonzerne und Kohlelobby durchzusetzen droht", so Austrup.

Bereits im Mai hat Greenpeace in einer Studie gezeigt, dass 36 der ältesten Kohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden können, ohne die Versorgung zu gefährden. Nur ein sehr kleiner Teil dieser 15 Gigawatt müsste für die Absicherung des Atomausstiegs als Reservekraftwerke vorgehalten werden. (zur Studie)




(Quelle: Greenpeace)


Themenbereiche:

Studie | Gesellschaft | Umweltpolitik

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