AfD und die Energiewende

07.09.15  10:00 | Artikel: 963004 | News-Artikel (Red)

AfD und die EnergiewendeDie Alternative für Deutschland ist bekennender Gegner der Energiewende.

Experte zum Thema in der Partei ist Klaus Maier aus Bad Nauheim, der mit anderen Schreiberlingen auf 146 Seiten ein mit Emotionen geladenes Werk aus Zahlen über den Weltschmerz “Strukturwandel Energiewende” veröffentlicht hat, welches wiederum als Basis für die Eingabe zum Weißbuch des Strommarkt 2.0 diente.

Einer der Schreiberlinge – im Dokument als fachliche Beratung bezeichnet – ist Michael Limburg (wer ihn nicht kennt – YouTube gibt Einblicke in die Gesinnung des EIKE Vize und AfD Mitglied ).

Die grundlegende Forderung klingt eigentlich noch recht vertretbar…

Die AfD lehnt jede Subvention der Energiegewinnung ab – außer zu Anschubfinanzierungen für neue zukunftsträchtige Technologien. (Quelle)

Im Jahre 2015 von einem substantiellen Problem zu sprechen, wenn zeitgleich eine Überkapazität von 80 GW in Europa besteht. Das Thema wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Nachbarländern ist natürlich bei der AfD nicht zu suchen. Die angegebenen Werte zu Verschiebbarkeit sind überhöht, wenn es um die Notwendigkeit gibt (vergl. vollversorgung.stromhaltig.de), als auch zu gering, wenn es um die Potentiale geht (“18% bis 1 Std.: Warmwasser, Umwälzpumpe”). Im Casa Stromhaltig wird Wasser um 24 Stunden verschoben… – und das nur wegen eines zu kleinen Wasserspeichers.

Es würde nicht die AfD sein, wenn man nicht das Thema Verschiebung von Stromverbrauch und Energiesparen mit einer netten Floskel abrundet: “Das bedeutet im Endeffekt eine Rationierung der Ware Strom in Friedenszeiten.”

Lustig, dass diese Rationierung in der Vorstellung der Schreiberlinge auf Basis der Preises erfolgt. Wenn dies eine Rationierung zu Friedenszeiten ist, dann müsste man doch eigentlich auch Rabatte für privilegierte Stromkunden abschaffen wollen. Wenn man dem Stromkunden zum günstigsten Preis die größte Menge Strom geben will, dann muss man für eine hohe Grundlast sein. Eine hohe Grundlast braucht Atomkraftwerke…

Völlig überzogen, unsachlich und zum Teil falsch wird vor allem in Deutschland über die Gefahren durch Kernkraftwerke (KKW) berichtet. Hier arbeiten Politik und Medien wie so oft einhellig zusammen. Die Realität ist aber, dass unsere Nachbarländer, wie viele andere Länder weltweit, in absehbarer Zeit nicht auf Kernkraft verzichten werden.

Wenn der Stromkunde Nachts nun nicht mehr Strom abnehmen möchte, dann muss man auch hier eine Lösung finden. Ob das Endlager in Bad Nauheim errichtet werden soll, bleibt leider offen.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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