Elektromobilität: Die unterschätzte Gefahr (Teil 2)

16.09.15  10:16 | Artikel: 963034 | News-Artikel (Red)

Elektromobilität: Die unterschätzte Gefahr (Teil 2)Dreiteiliger Gastbeitrag von Sascha Röber

Neue Marketing-Konzepte braucht die Elektromobilität

Jeder, der mit seinem Elektroauto an einer Tankstelle vorbeifährt und, statt Sprit in den Tank zu füllen, zuhause in der Tiefgarage den Stecker in die Steckdose steckt, um den Wagen mit zertifiziertem Grünstrom oder selbst generiertem PV-Strom zu «betanken», merkt ganz automatisch: Die Elektromobilität stellt zahlreiche alteingesessene Geschäftsmodelle in Frage. Die Tankstelle ist nur eines davon. Dort findet sich nämlich keine Möglichkeit, ein Elektroauto mit Strom zu laden. Stattdessen lädt man auf längeren Strecken längst an einer öffentlichen oder privat betriebenen Ladesäule die Akkus auf – und fährt an der Tanke vorbei.

Schon heute gibt es tausende von Ladestationen, und täglich werden es mehr. Diverse Internet-Anbieter (wie z. B. goingelectric.de oder e-tankstellen-finder.com) erweitern täglich ihre Verzeichnisse. Dabei fällt auf, dass bei der Ladeinfrastruktur auch zahlreiche private Anbieter anderen E-Mobilisten Zugang zu ihren auf eigene Kosten installierten Ladestationen gewähren – und das nicht selten sogar völlig kostenlos. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass Elektromobilität zur Zeit noch ein sehr idealistisch besetztes Thema ist, bei dem das Ziel ihrer Verbreitung im Vordergrund steht.

Diese sich aus den Elektroautos selbst Vorteile müssen nun noch geschickt mit den sich abzeichnenden Vorteilen im öffentlichen Raum kombiniert werden. Im Sommer 2015 verabschiedete der Bundestag das Elektromobilitätsgesetz (EMoG). Obwohl es in seiner ersten Variante noch deutliche Unzulänglichkeiten aufweist (siehe meinen Artikel hierzu - http://goo.gl/B1Hjyi) und stark verbesserungswürdig ist, sollten die darin nun bereits ermöglichten Privilegien, wie bspw. das kostenfreie Parken oder das bevorrechtigte Benutzen von Bus- und Taxispuren oder auch die steuerlich nicht anzurechnende Nutzung dienstlicher Ladesäulen, als weitere Vorteile für diese Fahrzeugkategorie in den (werbenden) Vordergrund gestellt werden.

Gleichzeitig muss natürlich auf politischer Ebene daran gearbeitet werden, die öffentliche Ladeinfrastruktur sowie die durch eine neue Version des EMoG gewährten Privilegien weiter auszubauen.

Lesen Sie morgen Teil 3.

15.09.15: Elektromobilität: Die unterschätzte Gefahr (Teil 1)
16.09.15: Elektromobilität: Die unterschätzte Gefahr (Teil 2)
17.09.15: Elektromobilität: Die unterschätzte Gefahr (Teil 3)



Autor: Sascha Röber

www.sascha-roeber.com

Sascha Röber war nach einer über 20-jährigen Karriere als Banker gut fünfeinhalb Jahre Bereichsleiter Corporate Finance beim Solar- und Windparkprojektierer juwi AG in Wörrstadt. Regelmäßig bloggt und tweetet er zu den Themen Energiewende und Elektromobilität und betreibt die Tesla-Vermitplattform teslanauten.com. Privat fährt er einen Tesla Roadster. Sascha Röber wohnt zur Zeit in Frankfurt am Main.



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