Deutsche Umwelthilfe fordert Rücktritt von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn

21.09.15  11:45 | Artikel: 963080 | News-Artikel (e)

Deutsche Umwelthilfe fordert Rücktritt von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Winterkorn
Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG,
Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG,
Geschäftsbereich ’Konzern Forschung und Entwicklung’,
Vorsitzender des Aufsichtsrats der AUDI AG,
Vorsitzender des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE
ist für die Manipulationen verantwortlich.
  • Sofortige Überprüfung aller Diesel-Pkw-Modelle in Europa nicht nur von VW und Audi jetzt notwendig
  • Obamas Umweltbehörde EPA beschreibt in der sechsseitigen Anklageschrift detailliert den von Volkswagen und Audi eingesetzten, illegalen Mechanismus zur Abschaltung der Diesel-Abgasreinigung im Realbetrieb
  • DUH veröffentlicht das 'Notice of Violation' Schreiben der Washingtoner EPA - VW-Aufsichtsrat soll an diesem Freitag lückenlos offenlegen, welche weiteren in den USA und in Europa verkauften Pkw-Modelle mit 'Abschalteinrichtungen' versehen sind
  • DUH sieht Tatbestand der 'vorsätzlichen Körperverletzung' erfüllt, da die betroffenen Fahrzeuge absichtlich bis zu 40 mal mehr hochgiftige Diesel-Abgasgifte emittierten als erlaubt
  • Anzahl der hoch emittierenden Diesel-Pkw geht in Europa in die Millionen, da Abschalteinrichtungen mangels behördlicher Kontrollen auch von anderen Diesel-Pkw-Herstellern wie BMW, Daimler, Ford und Opel eingesetzt werden

Die von Volkswagen und Audi seit dem 3. September 2015 in den USA zugegebenen illegalen «Abschalteinrichtungen» der Abgasreinigung bei 482.000 Diesel-Pkw erfüllen nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den Tatbestand der «vorsätzlichen Körperverletzung». Die DUH fordert daher den Rücktritt des VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn und bei der VW-Aufsichtsratssitzung am Freitag eine lückenlose Offenlegung, welche weiteren Diesel-Pkw für den US- bzw. europäischen Markt über vergleichbare Abschalteinrichtungen verfügen.

Seit zehn Jahren werden die Grenzwerte für das besonders gesundheitsgefährdende Dieselabgasgift Stickstoffdioxid in der Atemluft deutscher Städte massiv überschritten. Dennoch werden auf Druck der Autoindustrie bis heute keine ausreichend wirksamen Maßnahmen ergriffen. In dem der DUH vorliegenden Schreiben der EU-Kommission vom 18.6.2015 zur Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens kritisiert die EU-Kommission massiv das Eintreten Deutschlands für schmutzige Diesel-Pkw und den Widerstand gegen schnelle Kontrollen der tatsächlichen Dieselabgasemissionen durch die deutsche Bundesregierung.

Wie in den USA, so regeln auch in Deutschland bzw. Europa eigentlich die Verordnungen (EG) Nr. 715/2007 und 692/2008, dass die Abgasgrenzwerte nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im Normalbetrieb eingehalten werden müssen. Die Verwendung von 'Abschalteinrichtungen' wie sie gerade in den USA VW und Audi zweifelsfrei nachgewiesen wurde, ist auch in Europa ausdrücklich verboten. Als Verstoß gilt zudem die Abgabe falscher Erklärungen bei Genehmigungsverfahren und Verfälschung von Prüfzeugnissen. Deutschland ist außerdem bei festgestellten Verstößen verpflichtet, Sanktionen festzulegen. Diese müssen "wirksam, verhältnismäßig und abschreckend" sein - so wie dies uns Kalifornien vormacht. Schließlich ist die Übereinstimmung der in Betrieb befindlichen Fahrzeuge mit dem gemessenen Testfahrzeug nachzuweisen. Die Funktionsfähigkeit der emissionsmindernden Einrichtung muss schließlich während der normalen Lebensdauer der Fahrzeuge bei normaler Nutzung gegeben sein.

Die Anlageschrift (Notice of Violation) der Washingtoner EPA vom 18.9.2015 finden Sie unter: http://l.duh.de/p210915




(Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.)


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